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Die Macht der Bilder
25|06|2009



Die Macht der Bilder: Da blendet man im lokalen Heimatblatt völlig unabsichtlich unliebsame Lokalpolitiker aus [Auf dem Bild fehlt Joachim Tjaden - siehe unten].

"Tausende säumen Bahnhofstraße und unterschreiben Aufruf an Mutterkonzern von Hertie und bekunden so ihre Solidarität für die Hertie Belegschaft!"

So könnte man die Zeilen des ortsansässigen Heimatblattes deuten, wäre alles nicht ganz anders. Wir haben natürlich vollends übertrieben, aber es zeigt die Ignoranz der Wirklichkeit, die dann tagtäglich gedruckt beim Rest der verbliebenen Abo-Kundschaft des lokalen Heimatblattes im Briefkasten landet.

Wie selbstverständlich zeigt man die lokale Politprominenz und blendet dabei ganz bestimmte Ratsmitglieder einfach aus. Das ist Pressefreiheit, würde die Lokalgazette uns antworten, da sind wir uns sicher.

Eigentlich müßten doch die Betroffenen auch einmal gezeigt werden, die da demnächst in den "vorgezogenen Ruhestand" verabschiedet werden und die wirklichen Auswirkungen der Hertie-Pleite schultern müssen.

Hier ´mal ein kleiner Ausschnitt aus den Recherchen des lokalen Heimatblattes:
Zitat: "Zusätzlichen Druck ausgeübt haben auf Dawnay Day gestern [Anm. d. Red. 16|06|2009] die Beschäftigten von Hertie Wilhelmshaven. Sie riefen mit Unterstützung der Verdi-Sekretärin Heike Kattenhoff und Wilhelmshavener Politikern verschiedener Parteien die Passanten auf, sich durch ihre Unterschrift mit dem Kampf von Hertie um den Erhalt der Arbeitsplätze solidarisch zu erklären."

Man sollte als Redakteur wissen, dass Private-Equity Unternehmer oder Fond-Manager sich selten beeindrucken lassen, denn denen geht es um Gewinn, nicht um das Wohlergehen von Belegschaften oder Befindlichkeiten von Lokalpolitikern.

Vielleicht hilft ja folgende Erinnerung aus dem Focus, vom 21. Juli 2008:
Zitat: "Finanzinvestor will Hertie loswerden
Die Warenhauskette Hertie droht einem Pressebericht zufolge in den Strudel des ums Überleben kämpfenden britischen Eigentümers Dawnay Day gezogen zu werden."

Die Seite von Dawnay Day wurde bei Wikipedia inzwischen gelöscht. Dort heißt es:
Zitat: "Dawnay Day AV Analytics Private Limited
<...>This page has been deleted. The deletion and move log for the page are provided below for reference."
[Dawnay Day | Wikipedia]

Seltsamerweise ist das mit der Solidarität der Wilhelmshavener auch nicht mehr so, wie z. B. bei Olympia, damals, 5 nach Zwölf, als man sogar die Rathausuhr anhielt. Heute kommen nur noch ein paar Versprengte und bekunden per Unterschrift ihre Solidarität, allen voran die lokale Politprominenz.

So richtig interessant ist das ja auch nicht, so lange man nicht selbst betroffen ist.

Die Lokalpolitiker erscheinen in der Regel nur, wenn es ein Bild im Heimatblatt gibt und sie somit öffentlichkeitswirksam Krokodilstränen rauspressen können.

Die Hoffnung stirbt zuletzt und so steht im Vordergrund, dass man den Mutterkonzern in die Pflicht nehmen will, damit ein Konsortium aus "Kleinanlegern und Konzernen" die Möglichkeit bekommt, das insolvente Unternehmen für eine "Spottpreis" doch noch zu retten.

Wir können hier nur hoffen, dass die Belegschaft von Hertie hier nicht als Geisel für jede Menge politische Versäumnisse in Richtung Weichenstellung für eine Stadt genommen wird, nur damit die lokale Politprominenz wieder auf dem Titel des lokalen Heimatblattes erscheint.

Als am 16. Juni 2009 um 12:05 Uhr die bundesweite Aktion startete, waren wir auch anwesend und präsentieren ihnen hier ein paar aussagekräftigere Fotos, auf die sie sich selbst einen Reim machen können:


Unser Vergleichsbild mit Joachim Tjaden [ganz rechts]


So sieht die Anteilnahme der Bevölkerung wirklich aus.

Der Kommentar am 24. Juni 2009 im lokalen Heimatblatt zeugt auch wieder von fulminanter Recherche:
Zitat: "Das Verweilen in Wilhelmshavens City lässt sich noch kommunikationsfreundlicher gestalten. Wer glaubt, das könnte die "grüne Wiese" auch, der irrt.

Woher will dieser Redakteur genau das wissen? - und ´mal ehrlich, wer hat denn die Nordseepassage als direktes Konkurrenzprodukt bei sinkender Einwohnerzahl und sinkender Kaufkraft gebaut - Karstadt?

Wir möchten auch diesen Redakteur näher an das Zentrum einer realistischeren Betrachtung heranführen
Zitat: "
Warenhausketten kämpfen um die Existenz
<...>
Noch in den 1970er-Jahren trugen die Warenhäuser mit mehr als 14 Prozent zum Umsatz des Einzelhandels bei. Doch seither schrumpfte dieser Anteil auf 3,3 Prozent. Allein in den vergangenen zehn Jahren brach der Umsatz der Warenhäuser um mehr als ein Viertel ein. Parallel sank die Zahl der Beschäftigten um gut ein Fünftel.
"

Investoren fragen keine Politiker und auch keine Redakteure, die sich für die Interessen ihrer Arbeitgeber einsetzen, und auch keine Verleger, die beleidigt sind, weil sie wieder einen potenten Kunden verlieren, bei sinkender Auflage.

Die Kommunalstrategen sind inzwischen auf dem Weg in die Sommerpause, während Hertie in Wilhelmshaven stirbt. Anteilnahme inszeniert man hier nur für den Augenblick, im Sinne derer, die die größten Anzeigen schalten und derer, die maßgeblich daran beteiligt sind, das alles so bleibt wie es ist.


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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19|06|09 Hertie Gedicht
16|06|09 Hertie Demo
26|05|09 Hertie ist tot
24|03|09 Wilhelmshaven - Mülleimer der Nation


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