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Reich-Ranicki will TV-Preis nicht
13|10|2008



Marcel Reich-Ranicki, during the ceremony of the Boerne-Preis, 2007, in Frankfurt/Main, [Photo: dontworry via Wikipedia]

Für Fernsehzuschauer, welche nicht gerade absolute “Tatort”-Fans sind, dürfte es möglicherweise von Interesse sein, heute Abend 20.15 Uhr das ZDF einzuschalten. Dann nämlich strahlen die Mainzer die gestern Abend erfolgte Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2008 aus. Wie unterschiedliche Medien, darunter auch das ZDF selbst, meldeten, kam es während der TV-Aufzeichnung in Köln nämlich zu einem “Eklat

Der Literaturkritiker Deutschlands, zuweilen deshalb von den Medien gerne auch als Literaturpapst bezeichnete, inzwischen 88-Jährige Marcel Reich-Ranicki sollte auf der Veranstaltung mit dem Ehrenpreis der Stifter für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden. Reich-Ranicki, den aber ganz offenbar zuvor niemand darüber unterrichtet hatte, war nicht nur deshalb bass erstaunt darüber, sogar augenscheinlich stocksauer. Weshalb sich der große, viel gelobte, aber auch viel gescholtene, Grantler strikt weigerte, den Preis, einen gläsernen Obelisken, anzunehmen.

Er habe nicht gewußt, was ihn bei der Gala erwartete, sagte Reich-Ranicki. Bis zu seinem Auftritt waren mehrere Stunden vergangen. Der einem großem Fernsehpublikum durch das viele Jahre gesendete ZDF-Format “Das litarische Quartett” bekanntgewordene frühere FAZ-Literaturkritiker sagte: “Ich finde es schlimm, was wir uns hier über Stunden ansehen mussten!”  Das derzeitige Fernsehprogramm kritisierte Reich-Ranicki laut WDR-Teletext als “Blödsinn”. Der von dem “Eklat” überraschte Moderator der Gala, Thomas Gottschalk, soll versucht haben, zu retten, was zu retten war. Reaktionschnell unternahm er den Versuch den großen alten Mann der Literaturkritikerzunft zu besänftigen; was dem anwesenden Schauspieler Edgar Selge großes Lob für den Moderator abnötigte.

Gottschalk stellte Reich-Ranicki, ohne es mit irgendeinem ZDF-Verantwortlichen abgesprochen zu haben [wie auch?!], eine TV-Literatursendung im ZDF Aussicht. Dort könne dieser, so der berufjungendliche Blondschopf Thomas Gottschalk, dann ja auch Qualitätsfernsehen vorstellen. Gutes Fernsehen, darauf hatte Marcel Reich-Ranicki [MRR] zuvor verwiesen, habe er in letzter Zeit eigentlich nur noch auf Arte und 3sat erlebt. Besonders erregt dürfte der große MRR über die Hervorbringungen der deutschen Comedyszene gewesen sein. Zumal während der Gala Lockenköpfchen Atze Schröder, welchen MRR zum ersten Mal traf, der wohl auf Grund seines neuesten Klaumauk-Streifens eingeladen war. Auf die etwaige neue MRR-Sendung darf man gespannt sein. Wird sie wirklich kommen? Angeblich, so ist zu lesen, sei ZDF-Intendant Schächter diesbezüglich nicht abgeneigt. Alle Überredungskunst nützte hingegen letztlich nichts: Reich-Ranicki will den Preis dennoch nicht…

Bitte mehr von diesen Eklats!

Um ehrlich zu sein: Schade, dass solche “Eklats” leider Eintagsfliegen sind. Müsste man sich als TV-Zuschauer angesichts des in der Tat schrecklich flach gewordenen Fernsehprogramms, nicht über ein Mehr an derartigen “Eklats” freuen? Wenn MRR das momentane Fernsehen auf der Gala auch “Blödsinn” genannt hat: Pauschal wollte er diese Wertung sicher nicht verstanden wissen. Dies beweist schon die Tatsache, dass er Arte und 3sat [wobei man auch hier trotz nach wie vor hohem Niveau - z.B. in “Kulturzeit” - immer öfters Doubletten, Sendungen, welche schon in anderen Programmen gelaufen sind, entdecken kann] ausdrücklich lobte.

Und bestimmt bezieht der Kritiker den ebenfalls für den Deutschen Fernsehpreis nominierten Film “Contergan”, oder die Leistungen von Auslandskorrespondenten, nicht in seine Ab-Wertung ein.

Man muss ihm jedoch unumwunden zustimmen, dass Fernsehen in den letzten Jahren im großen und ganzen immer boulevardesker, und damit von der Themenauswahl her der Yellow Press im Printbereich immer ähnlicher geworden ist. Am schlimmsten: Wichtige Politmagazine - z. B.  heuer nötiger dennje, um etwa eine schonungslose Aufklärung der Ursachen der Finanzkrise zu betreiben - welche wesentlich mehr Sendezeit benötigten -  werden, zugunsten von meist Belanglosem, schizophrener Weise immer kürzer. Stattdessen wird, indem man ständig auf eine [möglichst hohe] Quote schielt, auf ein möglichst niedriges Niveau, und sogar Verdummung gesetzt, dass es manch Fernsehzuschauer [offenbar leider eine Minderheit] nur so graust. Guido Knopp z. B. präsentiert uns im ZDF “knallig” aufgepeppte, zusammengeschnippelte Storys, versieht sie mit entsprechenden Zwischenkommentaren und gibt vor, das sei Geschichte. Bei soetwas stellen sich einem doch die Nackenhaare auf!

Machen wir uns nichts vor: Die Sitten sind ziemlich verroht unterdessen. Manches im Fernsehen ist nicht nur ärgerlicher “Blödsinn” - wie es Marcel Reich-Ranicki gestern zutreffend sagte - sondern obendrein verdammt gefährlich! Denn: Fuhren nicht nahezu geschlossen - in der Art einer nationalen Einheitsfront - schön brav auch unsere elektronischen Medien über ein ganzes Jahrzehnt hinweg den selben neoliberalen Kurs [flankierten den Irrglaube so medial, der Markt regele schon alles] wie das Großkapital im Verein mit den jeweiligen Bundesregierungen - siehe momentane Finanzmarkt [Weltwirtschafts?] Krise - und uns alle damit an den Rand eines Abgrunds? In den wir nun tagtäglich immer erschrockener blicken müssen. So machte man den Staat immer schwächer, beschädigte als Mit-Täter die Rentenversicherung und runierte unser Gesundheitswesen weiter.

Heute aber rufen meist dieselben Fernsehleute wie damals im Chor mit der Bundesregierung: Haltet den Dieb! Warum? Nicht, weil niemand zuvor etwas gemerkt hätte. Nein: All das hatte ja System. Von vonerein. Nun aber ist dieses System gewaltig in die Hose gegangen.

Wollen wir ein solches Fernsehen?

Um wieder zurück auf Marcel Reich-Ranickis gestrige Bemerkung zu kommen: Wollen wir ein solches Fernsehen? Wollen wir diesen “Blödsinn” weiter dulden? Entscheiden muss das letztlich jeder Fernsehzuschauer für sich allein. Indes: es ist höchste Zeit etwas zu tun. Denn, wie die derzeitige Finanzmarktkrise, ist auch jener “Blödsinn” kein Zufall und gewollt. Schon vor Jahren war nämlich klar: In Zukunft werden demnach 20 Prozent der Weltbevölkerung ausreichen, um 80 Prozent der restlichen Erdbewohner zu ernähren. Die müssen, um nicht aufzumucken, schön eingelullt und damit möglichst permanent ruhig gestellt werden. Es gibt sogar einen netten Begriff dafür. Man spricht in diesem Falle von Tittytainment

Und das ist der eigentliche Eklat!

Quelle: www.READERS-EDITION.de via Wikipedia

Autor
Claus-Dieter Stille
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