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Streit um Asse und kein Ende?
01|12|2008



Nicht nur die ASSE 2 ist als Endlager umstritten, sondern auch Gorleben und der Widerstand gegen die unsichere und höchst gefährtliche Technologie bekommt immer mehr Zuläufer.

Im Dezember 2008 werden es nun sechs Monate nachdem bekannt wurde, dass in der Schachtanlage Asse radioaktive Lauge entsteht. Was geschah seitdem? Ein Bericht des niersächsischen Umweltministeriums wurde am 2. September veröffentlicht. Dieser ergab, dass das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie [LBEG] bereits seit März 1994 über das Auftreten kontaminierter Laugen informiert war [zu der Zeit war übrigens Gerhard Schröder Ministerpräsident]. Das niersächsische Umweltministerium bat das LBEG seit 1993 mehrfach bei einem solchen eventuellen Vorkommen dies zu melden, erhielt den Quartalsbericht 01/2006 zur Kenntnisnahme, aber ohne dass das Landesbergbauamt explizit darauf hinwies. So blieb der entscheidende Abschnitt wohl ungelesen und unbemerkt. Und auf konkrete Nachfrage nach radioaktiv kontaminierter Lauge verneinte das Helmholtz Zentrum dies stets. Und erfuhr erst 2008 vom Helmholtz Zentrum dass dabei Grenzwerte überschritten wurden:

Obwohl das NMU das LBEG bereits seit 1993 mehrfach angewiesen hatte, dass Kontaminationen von Salzlaugen zu melden seien, bestand für das NMU erstmals im Juni 2006 die Möglichkeit der Kenntnisnahme von kontaminierten Laugen. Dass dabei Freigrenzen überschritten wurden, erfuhr das NMU erstmals im Juni 2008 vom HMGU. [Quelle: Statusbericht des NMU vom 01.09.2008]

Wegen einer Nachfrage der Braunschweiger Zeitung wegen dem Vorkommen von Cäsium-137 versuchte das Umweltministerium am 10. Juni 2008 Auskünfte beim Landesbergbauamt zu erhalten. Nur weil dort niemand erreichbar war, rief man direkt den Strahlenschutzbeauftragten der Asse an und erhielt dabei erstmal die direkte Auskunft, dass “an einer Stelle in der Nähe der Kammer 12 ein Mehrfaches der ‘Grenzwerte’ erreiche”. Die Braunschweiger Zeitung veröffentlichte daraufhin den Artikel “Wasser im Asse-Endlager radioaktiv belastet” am 11. Juni.

Aufgrund des Artikels und weiterer Anfragen von Medien und dem Landtag versuchte das Landesumweltministerium dann in den nächsten Tagen weitere Klarheit zu erlangen, erhielt aber wiedersprüchliche Auskünfte vom Helmholtz Zentrum.

Offenbar wurde das Material bereits bei der Einlagerung in vorhandene Lauge gestellt, die dann durch wahrschenlich beschädigte Fässer bald nach der Einlagerung radioaktiv kontaminiert wurde. Konkrete Details erhielt der Referatsleiter des Ministeriums erst nach einer Sitzung des Umweltausschusses der niedersächsischen Landtages am 16. Juni 2008 mit dem  “Sonderbetriebsplan Nr. 18/2007, Umlagerung von kontaminierten Salzlösungen und Materialien in den Tiefenaufschluss” sowie die Zulassung des LBEG vom 03.03.3008 [GSF 2007-3].

Am 19.06. wurde das Bergbauamt mit einem Erlass dazu aufgefordert verschiedene Maßnahmen zu ergreifen und Informationen vorzulegen, sowie bestehende Genehmigungen zurückzuziehen. [Siehe  dazu auch Informationen von Umweltstaatssekretär Birkner vom 20. Juni 2008].

Der Bericht vom September fasst es wie folgt zusammen:

Erste zusammenfassende Ergebnisse über die in Sohllöchern der 750-m-Sohle festgestellten Laugenkontamination wurden dem Bergamt nach Angaben der Betreiberin mit Schreiben der GSF am 15.03.1994 mitgeteilt. Erste Hinweise auf Überschreitung der Freigrenze für Cs-137 finden sich in den regelmäßigen Berichten der Betreiberin, die dem LBEG Anfang 2002 vorgelegt wurden. Daraus ergibt sich, dass die erste Überschreitung der Freigrenze für Cs-137 am 26.09.2001 festzustellen war.

Erstmalige Möglichkeit der Kenntnisnahme des NMU über kontaminierte Laugen bestand durch den Quartalsbericht Nr. 01/2006, vorgelegt mit Schreiben des LBEG vom 13.06.2006. Der zuständige Referatsleiter im NMU erhielt erstmals am 10.06.2008 Kenntnis von der Überschreitung der Freigrenze für Cs-137 auf Grund seiner telefonischen Nachfrage bei HMGU.

Im Zeitraum von 1993 bis 2008 wurde das LBEG und das HMGU vom NMU mehrfach darauf hingewiesen, dass Kontaminationen von Salzlaugen zu melden seien.


Als Reaktion auf diese und andere Fakten in diesem Bericht kritisierte Bundesumweltminister Gabriel vor allem, dass die Undichtigkeit des Forschungsbergwerkes bereits 1967 bekannt gewesen sei und dass entgegen gegenteiliger Aussagen dort Kernbrennstoffe eingelagert wurden.

Inzwischen gestaltet es sich wohl als schwierig Abnehmer für die radioaktivie Lauge zu finden. Wie der NDR meldet gab es an möglichen Standorten massive Bürgerproteste. Kein Wunder, wenn man sich den bisherigen Umgang mit dem Material und den Wahrheitsgehalt von Informationen ansieht. Die Bundesregierung beschloss, das die Asse zukünftig von Bundesamt für Strahlenschutz betrieben und als Endlager umgewidmet werden soll, um höhere Auflagen erfüllen zu müssen. Dies will man zusätzlich durch eine Änderung im Atomgesetz rechtlich absichern.

Bleibt zu hoffen, das es technisch möglich sein wird schlimmere Folgen zu verhindern. Für die Endlagerdebatte erscheint die Asse zumindest in Deutschland einen ähnlichen Effekt zu haben wie damals Tschernobyl für die Atomkraftwerke.

Quelle:
www.Readers-Edition.de

Autor:
Thilo Pfennig

Links:
EWS
23|07|08 Asse 2 alle überrascht
www.ASSE2.de
www.AufpASSEn.org
Atomkraft ist lebensgefährlich
08|07|2008: Notstand beim Atommüll - Frontal 21
05|02|2008: Gefährliches Uran - Frontal 21
Ehemaliger Betreiber Asse 2: Helmholtzzentrun
Atomkraftwerke in Deutschland
Tschernobyl
Morsleben [ERAM]
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