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Banter See: Eldorado für Blaualgen
22|06|2009



Das typische Sommerbild in Wilhelmshaven am Banter See [Den Geruch können wir leider noch nicht per Internet "transportieren".]

Wer hat schon ein klares Bild von Blaualgen. Da sie sich aber in dem beliebten Freizeitgewässer des Banter Sees dauerhaft etabliert haben, ist etwas mehr Wissen dennoch wichtig, so meine ich, damit man sich sachlich mit diesem Phänomen auseinandersetzen kann und keine falschen Vorstellungen oder Hoffnungen entwickelt.

Blaualgen, wie sie im Volksmund genannt werden, sind nach dem Aufbau ihrer Zellen typische Bakterien und gelten wissenschaftlich als Cyanobakterien. Sie sind weltweit sehr formenreich, einzeln aber mit dem bloßen Auge selten gut zu bestimmen, es sei denn, sie kommen in Kolonien und hohen Konzentrationen vor [das lokale Massenwachstum wird als Blüte bezeichnet]. Überraschenderweise bevorzugen diese Organismen Orte mit extremeren Lebensbedingungen, so zum Beispiel Salzsümpfe, heiße Quellen oder Wüsten. Hier überleben sie nicht nur, sondern sind hoch produktiv. Entsprechend werden diese Organismen auch als ‚Extremophile’ [das Extrem liebende] bezeichnet.

Es gibt am Boden lebende Arten und solche, die an das Leben im freien Wasser angepasst sind. Viele sind Produzenten von gefährlichen Giften. Typisch ist auch eine immense Schleimbildung. Wie Sago in der Suppe sitzen die Zellen in ihrem schleimigen Auswurf. Schleimhüllen und -kapseln haben hervorragende Schutzeigenschaften, da sie die Einflüsse von Umweltfaktoren auf die Zellen puffern.

Mit fortschreitender Vermehrung der im Wasser treibenden Aggregate verringern sich die Sichttiefen, und das Wasser wird zunehmend zähflüssiger. Auf eine anfänglich steile Wachstumskurve und einen schnellen Anstieg der Zellkonzentrationen folgt, bedingt durch Selbstbeschattung und Nährstoffverknappung, die Absterbephase. Sie wird begleitet von einem äußerst unangenehmen Geruch und hohen Giftkonzentrationen im Wasser und Sediment, so dass Badeverbote unumgänglich sind.

Das Auftreten dieser Extremophilen hat für den Menschen gravierende Nachteile. Sie bleiben nicht in ihren natürlichen Lebensräumen, sondern treten auch dort massig auf, wo aus wirtschaftlichem oder sozialem Interesse Extrembiotope künstlich geschaffen werden. Das sind zum Beispiel Trinkwasserreservoire, Monokulturen wie Mais- oder Reisfelder, Aquakulturen, abflussfreie Bade- und Erholungsgewässer, Viehtränken oder Stauseen. Zur Plage werden sie nicht nur wegen der unangenehm schleimigen Konsistenz und der Gerüche, sondern gravierender noch durch die Gifte, deren Opfer Menschen und Nutztiere wiederholt wurden.

Obwohl sie im Volksmund Blaualgen heißen, erscheinen die von ihnen befallenen Gewässer selten blau. Häufiger sind blaugrüne, grüne, gelbgrüne oder olivgrüne Wasserfärbungen. Die jeweilige Färbung hängt von der akut „blühenden“ Spezies ab.


Abbildung 1: Bild vergrössern

Die gegenwärtig grüne bis gelbgrüne Färbung des Banter Sees ist auf Organismen der Gattung Anabaena zurückzuführen [frdl. Mitteilung von Prof. Liebezeit; siehe auch Abb. 1]. Eine zweite im Banter See dominante Cyanobakterie ist Nodularia spumigena. Charakteristisches Merkmal dieser Art, deren Blüten sich meist im Juli mit steigenden Wassertemperaturen entwickeln, ist die blaugrüne Färbung des Wassers.

Cyanobakterien-Blüten werden im Banter See seit nahezu 10 Jahren in fast allen Sommern bis heute beobachtet. Auffallend ist eine zunehmende Tendenz sowohl in der Intensität als auch der Dauer der sommerlichen Blüten. Erstmals, und überdies im Juni, also recht früh, verzeichnen wir in diesem Jahr eine intensive Anabaena-Blüte. So ist nicht auszuschließen, dass sich nun zwei toxische Arten mit unterschiedlichen ökologischen Ansprüchen zeitlich im Massenwachstum abwechseln und den Sommer längerfristig bestimmen.

Bedauerlicherweise schränkt diese Entwicklung die Freizeitfunktion des Banter Sees, der ein beliebtes Erholungs-, Angel-, Tauch- und Badegewässer ist, sehr ein. Eine Lösung ist nicht in Sicht, zumal der künstlich entstandene, abflussfreie und sehr schwach brackige Banter See ein Vorzugsbiotop für die Extremophilen darstellt.

Vermutlich liefern die dort noch vorhandenen militärischen Altlasten unbekannter Größenordnungen, bakterieller Zersetzungsgrade und Korrosionsstadien den Organismen zusätzlich wichtige Zellbausteine, wie zum Beispiel gelöste Spurenelemente. Eine intensive Erforschung der maßgebenden Ursachen der Blütenbildung wäre notwendig. Solche Forschung ist sehr teuer und langwierig, Gründe genug, um die nötige Finanzierung abzulehnen und stattdessen weiterhin die Gefahren der Blütenbildungen für Mensch und Tier zu negieren.

Dr. Gisela Gerdes
Südstrand 68
26382 Wilhelmshaven

Links:
19|08|08 Grünalgen
08|02|07 Blaualgen und kein Ende


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Die Darstelllung des "Trio Infernale Wilhelmshavens" sorgt für Aufregung.
Eine Menge Wilhelmshavener Bürgerinnen protestieren unter dem Motto "Planungswahnsinn am Banter See tut 5.000 Menschen weh" für den Erhalt des Banter Sees, so, wie er ist. Sie wehren sich gegen eine Wohnbebauung für "Priveligierte". Mehr dazu in einem Video ... [das Bild ist vom 15-07-2014] ... .... zum Video | youtube ...



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