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DUH Plastikfreie Stadt
   

Wir verhüten den Klima-Gau
18|12|2009



In Wilhelmshaven haben Kohlekraftwerkeskeptiker kaum Chancen Gehör zu finden. Hier regieren die Interessen der Lobbyisten und verdrängen weithin sichtbar jede Vernunft.

Die neue Prima-Klima-Volksbewegung

Krankenhäuser, Kirchen und Kommunen tun es, Restaurants, Rockbands und Rickschadienste – aber auch Kondomhersteller, Diskobetreiber und Laufschuhproduzenten. Eine neue Volksbewegung hat dem Klimakiller CO2 den Kampf angesagt.

Mit braven und naheliegenden, aber auch mit erblüffenden, phantasievollen, teilweise kuriosen Energiespar- und Klimastrategien. Während der politische Motor des Klimaschutzes in Kopenhagen kräftig stottert, haben Tausende ihr ganz persönliches Kyotoding schon mal gestartet.

Die Schafe sind an diesem nieselkalten Berliner Morgen verschwunden. Sie haben sich tief ins Naturschutzgebiet zurückgezogen, erklärt Hartmut Glaenzel, 66 Jahre, Mitgründer der Ökosiedlung »Rundlinge «.

Dort halten sie als wiederkäuende Rasenmäher und Birkensprossvernichter den Trockenrasen kurz. Glaenzel steht am Rande der kleinen Siedlung aus 20 holzverkleideten Häusern: mitten in der Stadt und dennoch direkt am Naturschutzgebiet, das ein altes Flugfeld im Südosten der Metropole gelassen hat. Hier hören die Bewohner im Winter das Rauschen der großen Ausfallstraßen, im Frühling die Lerchen. Und dank Holzheizung, Nahwärme- Netz und blauer Solarzellen auf rotenZiegeldächern, dank Komposthaufen, Spül- und Regenwassernutzung ist der Traum vom Landhaus in der Stadt auch noch klimafreundlich in Erfüllung gegangen.

Gut leben und trotzdem was fürs Klima tun. »Für uns ist das selbstverständlich.« Glaenzel lebt vor, was Millionen bewegt. Für 90 Prozent der Bundesbürger ist der Klimawandel ein »ernstes Problem«, vier von fünf Deutschen üben sich nach einer Umfrage des TNS-Instituts im Energiesparen. Andere trennen Müll, reduzieren den Wasserverbrauch, kaufen Bio und lokale Produkte, essen weniger Fleisch, lassen öfter mal das Auto stehen. Insgesamt sagen zwei Drittel aller Befragten, dass sie persönlich etwas tun, um den Klimawandel zu bremsen.

Während die Weltgemeinschaft in Kopenhagen bei der »vielleicht wichtigsten Konferenz der Menschheitsgeschichte« [Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber] nach einem Notausgang für den überhitzten Planeten sucht, ist der Klimaschutz im persönlichen Alltag längst angekommen. Das muss er auch. Um das Kohlendioxid in den Industriestaaten bis zur Jahrhundertmitte um 80 Prozent zu reduzieren, reicht es nicht, an ein paar Stellschrauben unseres Energiesystems zu drehen.

Alles läuft auf die fast vollständige Dekarbonisierung ganzer Volkswirtschaften hinaus, auf einen klimaverträglichen Lebensstil, der alle Gesellschaftsbereiche, Produkte und Dienstleistungen durchdringt.

Selbst die »Bravo«, Fachblatt für Pickel, Petting und Popstars, warnt ja inzwischen: »Unserer Erde droht das Klima-Chaos; wir stehen vor einer Katastrophe«.

Das Blatt hat herausgefunden, dass jeder zweite Jugendliche »große Angst vor den Folgen des Klimawandels « hat. Für die meisten Jungs und Mädels seien Klima und Umwelt wichtiger als Wirtschaftskrise, Jugendgewalt, Drogen und Terrorismus. Sie sind überzeugt, dass die Folgen der Klimakatastrophe ihr künftiges Leben stark beeinflussen werden. Kein Wunder also, dass sich zwischen Flensburg und Garmisch, zwischen Aachen und Cottbus eine heimliche »Volksbewegung Klimaschutz« aufmacht.


Überall wird CO2 gespart: in Kirchen, Kommunen, Krankenhäusern, in Schulen und Fabriken, Hotels und Restaurants. In die drögen Einfamilienhaus-Landschaften an den Rändern der Metropolen mischen sich Lehmbauten und Passivhäuser, Solarsiedlungen und grüne Architekturen. In Köln-Ossendorf haben Mieter und Vermieter ihre Häuser im sozialen Wohnungsbau saniert und dabei 80 Prozent Energie und 90 Prozent der laufenden Kosten gespart.

In Darmstadt-Kranichhain werden 44 Wohnungen als Passivhäuser gebaut mit beinahe null Emissionen. Hier wird Heizen bald so billig sein, dass sich die separate Abrechnung nicht mehr lohnt: In solchen Häusern werden die Energiekosten jetzt als Flatrate in die Miete integriert. Doch nicht nur Bau- und Betonfraktionen denken um: Im Freiburger Hotel »Victoria « schalten Zimmermädchen Radios, Fernsehern und Videogeräten in unbewohnten Zimmern den Strom ab.

In New York koppelt sich der »Nullemissionsmann« von der Energieversorgung ab – und Hunderte folgen ihm. In einem sanierten Kuhstall im Dörfchen Düssin in Mecklenburg entstehen Laufschuhe nach Öko-Normen, und in deutschen Betten können klimaneutrale Kondome übergezogen werden.

Während die Folk- Musiker der »Giving Tree Band« mit dem Rad ins Studio kommen, um die erste CO2-freie CD der Welt zu produzieren, kaufen die Pop-Rocker der Kultband »Coldplay« sich bei einem Windpark in Neuseeland ein, um die CO2-Emissionen ihrer Fans bei den Konzerten auszugleichen.

Natürlich ist nicht jeder grüne Anstrich echt: Große Energieversorger schmücken sich gerne mit Solarfabriken aus der Portokasse, während sie Milliardengewinne mit dreckigem Öl machen. RWE und Vattenfall werben mit Offshore- Windparks, während sie munter die Landschaft umgraben, um den renditeträchtigen Klimakiller Braunkohle aus dem Boden zu holen.

»Green is the new black«, sagen die Angelsachsen. Grün ist die neue Farbe der Seriosität. Und jeder will sich mit diesem Anstrich schmücken. Grün heißt innovativ und zukunftsfähig. Unternehmen überschlagen sich geradezu, als Öko-Vorreiter dazustehen, auch wenn sie gerade mal die staatlichen Vorgaben einhalten und ansonsten businessas- usual machen.

Umso wichtiger wird es, ein glaubwürdiges Klimasiegel zu etablieren, das den klimawirksamen ökologischen Fußabdruck von Produkten und Dienstleistungen transparent und nachvollziehbar deklariert. In Schweden und Frankreich wird das in Ansätzen schon umgesetzt. Tue Gutes und rede darüber: Wenn immer mehr Firmen ihre grünen Produkte und Herstellungsverfahren bewerben, müssen sie sich von Zertifizierungsfirmen auch in die Karten schauen lassen. Trickser und Betrüger gehören zum Spiel – und an den Pranger.

Zum Klimaschutz gehört auch die Denunziation der Aktivisten als »naive Gutmenschen « – ein Begriff aus der Waffenkammer des Weiter-so. Guter Mensch? Na klar, in jedem Fall besser als »Klimasau«. »Optimismus ist ein politischer Akt«, schreibt Alex Stefen, Herausgeber des Buches »World Changing«, dem Handbuch der Ideen für eine bessere Zukunft. Also holen wir sie aus ihren Nischen: die heimlichen Helden des Klimaschutzes. Die grünen Unternehmer, die Optimisten, Idealisten und Aktivisten, die Einzelkämpfer und Kommunen, die unbekannten Macher der neuen »Volksbewegung Klimaschutz«.

Der Heidelberger Klimaberater Hans Hertle hat vorgerechnet, dass heute jeder Deutsche seinen CO2-Abdruck kurzfristig von durchschnittlich elf auf viereinhalb Tonnen im Jahr reduzieren könnte. Das sind rund 60 Prozent. So weit wollen die Staatschefs in Kopenhagen frühestens 2030 sein.

Quelle: ZeoZwei


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