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Containerhafenträumereien
13|11|2009



So soll es bald auch bei uns aussehen, denn Wirtschaftskrisen wiederholen sich und Monogam-Wirtschaften, wie Häfen, leiden besonders darunter und würden eine ganze Region mitziehen.

Überschriften zeugen von zukünftigem Wilhelmshavener Wohlstand:

- In Wilhelmshaven geht es steil bergauf.
- Wilhelmshaven besser als Cuxhaven
- JadeWeserPort - Das Leuchtturmprojekt
- Riesiger Containerhafen im Jahr 2006 fertig
- Am Banter See entsteht Biotechnologiepark mit unzähligen Zukunftsbetrieben
- Hafen für die Champions Liga
- Investoren stehen Schlange
- Wilhelmshaven antizyklisch
- Hunderte Millionen Euro für Ausbau der Wilhelmshavener Raffinerie
- Bis zu 24 Liegeplätze für Großcontainerschiffe in Wilhelmshaven möglich
- Hunderte Millionen Euro für INEOS-Neubau
- Flüssiggasterminal – Bau beginnt
- Die Stadt braucht den Voslapper Groden Süd für Gewerbe und Industrie
- In trocknen Tüchern – Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven wird zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert
- Sande bekommt Bahnumgehung
- Energiestandort Wilhelmshaven – 4,5 Gigawatt möglich
- Schleuseninsel muss schnell beplant werden
- Bald 4 Mio. Tonnen Kohle über Wilhelmshaven
- E-ON plant Kraftwerk 50plus
- Einziger Tiefwasserhafen an der Jade
- JadeWeserPort gemeinsame Sache der ganzen Region - Insgesamt neue 4000 Arbeitsplätze erwartet

...Und die Liste der hochtrabenden Überschriften könnte fast endlos fortgesetzt werden.

Zählt man nur die angekündigten Arbeitsplätze für die geplanten Baustellen zusammen, müssten wir heute in der Region eine ganz neue Form der Darstellung für die Arbeitslosenquote erfinden. Vielleicht müsste es heute heißen, dass in der Region eine Überquote an Arbeitsplätzen von 19 % zu verzeichnen ist.

Die Realität sieht aber ganz anders aus.

Mit genauso viel Schwung, wie man nach 30 Jahren endlich mit dem Bau eines Flüssiggasterminals begonnen hatte, stellte man diese Arbeiten auch gleich wieder ein.

Von dem hoch gepriesenen Neubauprojekt der INEOS redet niemand mehr. Und die letzte Schlagzeile über die INEOS deutete mehr auf Zahlungsprobleme, als auf Investitionsschübe.

Noch vor wenigen Tagen beantragte die Wilhelmshavener Raffinerie den sofortigen Baubeginn und bekam nur durch einen Zufall Kenntnis davon, dass ihr Projekt beim Mutterkonzern in den USA gestrichen wurde.

Eigentlich sollten auf der Schleuseninsel schon längere Zeit die Bagger rollen und keine Kleingärten mehr stehen, sondern Hafenbetriebe für den JWP. Aber die Freizeitgärtner erfreuen sich immer noch an ihren schönen Gärten.

Der Voslapper-Groden bleibt auch weiter Naturschutzgebiet.

Das hoch gerühmte 50-plus Kraftwerk der E-ON war nur heiße Luft.

Am Banter See steht ein einsames Biotechnologie-Gebäude, vor dem nur am Tag der offenen Tür mehr als 10 Autos stehen.

Nun könnte man die Negativliste leicht mit der Wirtschaftkrise begründen, wenn da nicht fast alle Investitionen schon vor der Krise aus den Schlagzeilen verschwanden.

Aber, so der OB, in Wilhelmshaven läuft halt alles antizyklisch.

Mag wohl sein. In den letzten 30 Jahren ging es in Deutschland stetig bergauf, und in Wilhelmshaven bergab.

Jetzt wo es in Deutschland bergab geht, müsste es, wenn der OB recht hätte, bergauf gehen.

Aber!? Es geht nicht bergauf. Es geht weiter bergab. Steil bergab.

Haushaltssperre! Statt einem Haushaltsplus in Millionenhöhe berechnet die Kämmerei schon heute ein Minus von über 60 Mio. Euro allein im städtischen Haushalt. Auch aus den diversen [49] Gesellschaften kommen täglich neue Negativmeldungen.

Und immer noch scheinen Oberbürgermeister, Bürgermeister, Ratsvertreter und einige unerschrockene Landtagsabgeordnete zu glauben, dass die Landesregierungen, die Hafenbetreiber, die Bahnvertreter und all die [angeblichen] vielen privaten Investoren bei ihren taktischen Spielchen die Stadt und ihre finanziellen Probleme nicht vergessen werden.

Langsam müsste aber auch in Wilhelmshaven die Erkenntnis gereift sein, dass jeder nur an sich selbst denkt.

Was interessiert es die Landesregierung, dass Wilhelmshaven im Zusammenhang mit dem JadeWeserPort dringend Grundstücke verkaufen müsste.

Warum sollten sich Hafenbetreiber, wie die Eurogate, dafür interessieren, wo in Wilhelmshaven der Schuh drückt?

Warum sollte die Bahn bei ihren Plänen Wilhelmshavener Belange berücksichtigen?

Wilhelmshaven wird von all diesen Akteuren nur dann ins Spiel gebracht, wenn es um finanzielle Beteiligungen der Stadt geht. Die Forderung des Landes nach einer Beteiligung der Stadt in Höhe von 12. Mio. Euro an einem Güterverkehrszentrum am JWP setzte das Land vor wenigen Wochen durch.

Und der OB, sowie auch die Mehrheit der Ratsvertreter, folgten diesem Ruf des Landes trotz leerer Kassen, weil das Land ja im Gegenzug sofort 100 ha des Voslapper Grodens kaufen wird.


Aber daran denkt die Landesregierung überhaupt nicht. Nicht eine Silbe haben die „Freunde“ Wilhelmshavens in Hannover bisher auf die weißen Blätter des eigentlich schon abgeschlossenen Kaufvertrages geschrieben.

Langsam sollte es auch in den Köpfen der Wilhelmshavener Macher angekommen sein. Immer wenn sich einer der immer sehr freundlichen Krawattenträger im Rathaus herumtreibt, dann verfolgt er nur seine ureigensten Interessen.

Nun kann man sich trefflich darüber streiten, ob der Nadelstreifenpolitiker aus Hannover, oder der Laptopträger der Großindustrie, die schlimmere Heimsuchung für Wilhelmshaven ist.
Sicher ist aber, egal was diese „Seelenverkäufer“ für prachtvolle Geschenke im Gepäck haben, mindestens den doppelten Wert nehmen sie wieder mit sich.

Einige Städte in Deutschland haben sich langsam auf diese Spielchen eingestellt. Sie lassen sich zuerst ihre eigenen Forderungen unterschreiben, bevor sie selbst irgendetwas zusagen.
In Wilhelmshaven herrscht aber immer noch die absolute Obrigkeitshörigkeit.

Dabei haben wir es doch gar nicht nötig.

Wenn ein Kraftwerksplaner unbedingt in Wilhelmshaven ein Kraftwerk bauen will, dann soll er dafür zumindest ganz tief in die Tasche greifen.

Wenn die Landesregierung unbedingt in Wilhelmshaven einen Hafen bauen will, dann soll sie der Stadt erst einmal viele Millionen für die Problembewältigung bezahlen.

Wenn jemand unbedingt die Autobahn in Wilhelmshaven verlängern will, dann muss er auch die zusätzlichen Straßen, Wege und Ampeln bezahlen.

Nicht so in Wilhelmshaven.

Für den unser bedingungsloses Ja zum JWP haben wir nicht einen einzigen Cent bekommen, aber viele Millionen [es müssten wohl etwas 10 Mio. sein] bezahlt.

Für die Autobahnverlängerung schenkt man uns nicht einmal ein neues Verkehrsschild, sondern verlangt noch 400.000 Euro für die Absenkung der Flutstraße.

Von den Kraftwerksbauern bekommen wir nicht eine Kilowattstunde umsonst, sondern zahlen noch für Vorarbeiten und Gutachten.

Aus dem Dorf jagen sollte man aber auch diejenigen Politiker und selbsternannten Fachleute, die sich immer wieder werbewirksam in der Presse als Helfer in der Not anpreisen.

Plötzlich verlangt Olaf Lies – er ist hier nur ein Beispiel aus vielen möglichen - in der Presse Aufklärung über die angekündigte Verschiebung der JWP-Inbetriebnahme. Angeblich ist ihm nicht bekannt, was da vertraglich zwischen Land und Eurogate vereinbart wurde.

Entweder hat er in all den Jahren immer nur schlaue JWP-Sprüche abgelassen und sich nie wirklich darum gekümmert, oder aber mit seiner SPD einem Vertrag zugestimmt, den er nie gesehen hat.
Da sorgen Landesvertreter von CDU, SPD und FDP wieder einmal plötzlich für den zügigen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Wilhelmshaven – Oldenburg, der ja angeblich schon vor zwanzig Jahren beschlossen war.

Bahnbevollmächtigte sitzen zeitgleich in zwei Informationsveranstaltungen und verkünden im Norden die Bahnumgehung Sande für beschlossen, und weiter südlich, dass diese Bahnumgehung in absehbarer Zeit nicht angedacht ist.

In Berlin beschließen unsere Volkvertreter, dass neue Kohlekraftwerke nur noch genehmigt werden dürfen, wenn diese mit Kraftwärmekopplung [KWK] geplant werden. In Hannover und Wilhelmshaven genehmigt man mit viel Freude zeitgleich eine weitere Dreckschleuder ohne KWK direkt am Kulturerbe Niedersächsisches Wattenmeer.

Und zurück ins Dorf der Ahnungslosen an der Jade.

In Wilhelmshaven beschließen die politischen Vertreter eine uralte Schule nicht zu verkaufen, und im Nebenzimmer wird gerade der Verkauf besiegelt.

Der Oberbürgermeister sagt gerade die Ehrung der ehrenamtlich Tätigen aus Kostengründen ab, und die Ratvertreter erhalten gerade ihre Fahrtkostenpauschale von je 256 Euro überwiesen.

Drei Kommunalpolitiker versuchen gerade mühsam doch noch eine Umstrukturierung der 49 Gesellschaften auf den Weg zu bringen, und damit Geld zu sparen. Und im Nebenzimmer sitzt der OB und lässt den noch gar nicht im Rat behandelten Antrag mit maximalem Aufwand auf rechtliche Gegenmaßnahmen prüfen.

Ich hätte nicht wenig Lust, eine unendliche Menge an weiteren Gedanken nieder zu schreiben. Aber, für was.

Die wirklich interessierten Bürger dieser Stadt haben die gleichen Gedanken. Und die anderen interessiert das alles ja doch nicht!?

Von daher sollte ein letzter Blick in die Zukunft nicht ungeschrieben bleiben.

In wenigen Monaten wird sich die Bundesregierung dazu entschließen ein weiteres Atomkraftwerk in Deutschland bauen zu lassen.

Alle Ober-Bürgermeister Deutschlands werden daraufhin sofort die Türen ihrer Rathäuser verrammeln und verriegeln lassen.

Wirklich alle Oberbürgermeister?



Joachim Tjaden

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