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Accum: Lärmsanierung Bahn kostet mindestens 16,5 Millionen Euro
12|02|2010



Gerhard Böhnling, Bürgermeister von Schortens, setzt sich in sachen Lärmsanierung vehement für seine Bürger ein.

Etwa 100 Interessierte und Betroffene besuchten Bahninformationsveranstaltung.

Bürgermeister Gerhard Böhling eröffnete den Abend mit einer Einführung in das sensible Thema der Lärmsanierung an der Strecke Ölweiche - Sande [Weisser Floh].

Der besprochene Gleisabschnitt wird in drei Stufen eingleisig saniert, nur kurz vor dem Accumer See entsteht ein Ausweichbahnhof.

Die wichtigsten Bauarbeiten auf einen Blick:
- 11 km Gleiserneuerung
- 4 Weichenerneuerungen
- 11 Durchlässe erneuern
- 1 "Brücke" erneuern
- 1 Kilometer Untergrunderneuerung
- Neubau Kreuzungsbahnhof Accum
- signaltechnische Ausrüstung Nordstrecke

Frank Heuermann, der Projektleiter der DB ProjektBau GmbH, beschrieb das Bauvorhaben und führte durch den Abend, nachdem ein weiterer Mitarbeiter den Maschinenpark und die technische Vorgehensweise näher erläutert hatte.

Das Thema Lärmschutz hatte erst "Fahrt aufgenommen", als der Bürgerverein Accum und engagierte Bürger in mehreren öffentlichen Veranstaltungen Druck auf die verantwortlichen Politiker und die Bahn ausgeübt hatten, die keinen Planfeststellungsbeschluß für die Strecke durchführen wollten. Für die Bahnanlieger hätte das bedeutet einem erheblichen Lärmpegel ungeschützt ausgesetzt zu sein.

Die Veranstaltung der Bahn in der Accumer Mühle diente dazu, die Bürger "mit ins Boot" zu nehmen, d. h. ihre Forderungen und Wünsche für die zukünftige Lärmsanierung weitestgehend zu berücksichtigen.

Über 80 Züge sollen einmal täglich auf der Strecke hin- und herpendeln, wobei man zwischen Container- und Kohlezügen sowie Schienenpersonenverkehr unterscheiden muß.

Die Bahn hat sich einen ambitionierten Terminplan erstellt, der wahrscheinlich auch auf Druck vom amtierenden Ministerpräsidenten Wulff entstand.

Hier die Rahmentermine:
11|2009
Erteilung de Planfeststellungsbeschlusses

04|2009
Freigabe zur Ausführung durch Vorstand der DB AG

07|2009
Aufruf zum Wettbewerb [Gewerke]

01| 2010
Baubeginn

12|2010

Inbetriebnahme Abschnitt 2

11|2011

Projektende

Der Projektleiter hofft, den Planfeststellungsbeschluss innerhalb eines halben Jahres hinter sich bringen zu können, denn der Bauplan ist eng bemessen.

So gibt es zeitweise Vollsperrungen, z. B. vom 5. - 15. März, wo kein Zug fahren kann. Zwischen den Gleisstilllegungen sollen Züge von und zu den Industriebetrieben fahren können. Ein Teil der Strecke muß komplett ausgetauscht und erneuert werden, während der Rest mitsamt Untergrund und dem Verlegen einer neuen Gleisanlage saniert wird.

Die Bahnumgehung Sande sowie die vollständige Lärmsanierungsmaßnahmen sind in den 16,5 Millionen Euro nicht enthalten und werden zusätzlich durch die Maßnahmen der Einwender errechnet und bilden dann die Endsumme.

Bezahlt wird die Streckenerneuerung vom Steuerzahler, d. h. die Bahn teilte auf Anfrage mit nur einen sehr geringen Teil der Kosten selbst aufzubringen.

Somit wird sich der geplante Containerhafenbau, spöttisch das Leuchtturmprojekt ohne Fundament genannt, um weitere mindestens 16,5 Millionen Euro Steuergeld verteuern.


Der Projektleiter Frank Heuermann sagte wortwörtlich, dass man Planfeststellungsbeschlüsse "nicht so gerne hat" und wies auf die Ausnahmesituation des Bauvorhabens hin, d. h. das "Entgegenkommen" der Bahn, das wie beschrieben durch die Öffentlichkeit erzwungen wurde und somit zwiespältige Reaktionen auslöste.

Das Bundesverkehrsministerium hat bis zum heutigen Tage noch nicht veröffentlicht, wieviel Geld im:
Verkehrsinvestitions-bericht-2008-Schienenwege-laufende-und-fest-disponierte-Vorhaben z. Zt. freigegeben wurden. Es gibt lediglich einen Hinweis auf das Bauvorhaben selbst in Tabelle 16 [Vordringlicher Bedarf Schiene – Neue Vorhaben | 3 ABS Oldenburg–Wilhelmshaven/Langwedel–Uelzen].

Auch die Bahnumgehung ist noch nicht in "trockenen Tüchern. Im Verkehrsinvestitions-bericht-2008-Schienenwege-neue-Vorhaben heisst es:
- Anbindung Jade-WeserPort
- LST-Ausrüstung Nordstrecke,
- Neubau Kreuzungsbahnhof Accum
- Untergrundertüchtigung Sande–Weißer Floh
- ggf. Bahnumgehung Sande
- Vorentwurfsplanung abgeschlossen
- voraussichtliche Inbetriebnahme 2010

Man hinkt dem Zeitplan sozusagen schon hinterher.

Insgesamt beziffert man die Gesamtkosten auf 196 Millionen Euro für die Strecke Oldenburg - JadeWeserPort [ohne Bahnumgehung Sande].


Bemerkenswert ist, dass der Schortnser Bürgermeister Gerhard Böhling "seinen" Bürgern Rückendeckung in Sachen Durchsetzung der Forderungen zur Lärmschutzsanierung gibt.

Er betonte an diesem Abend nochmals, wenn die Bahn nicht eingelenkt hätte, würde diese Veranstaltung höchstwahrscheinlich nicht stattgefunden haben, denn man würde sich vor Gericht gegenüberstehen.

Das sind Töne, die man von Wilhelmshavener Politikern überhaupt bis gar nicht hört.

Man hat übrigens schon mit dem Bau begonnen. Sehen kann man wegen der Witterung, die die Bauarbeiten verzögert, noch wenig.

Die Züge sollen die Strecke Sande - Ölweiche nach ihrer endgültigen Inbetriebnahme mit bis zu 80 Stundenkilometern befahren können.

Das Verkehrsaufkommen und die Lärmprognosen sollen zunächst den Zeitraum bis 2015 erfassen. Wichtig aber wäre die Erfassung bis 2025, weil in diesen Prognosen deutlich höhere Verkehrsaufkommen prognostiziert werden, was auch Einfluss auf die Lärmsanierungsmassnahmen hätte, d. h. die Bahnanlieger könnten durch ihre Einwendungen und weitere Forderungen das Projekt nochmals verteuern.

Als Mittel zur Lärmminderung werden meterhohe Lärmschutzwände, modernere und leisere Güterwaggons, Mehrfachverglasung und die Installation von Lüftern eingesetzt [auf Streckenabschnitten, wo aufgrund der Unzumutbarkeit im Rahmen der Wirtschaftlichkeit keine Lärmschutzwände errichtet werden].

Schon jetzt ist klar, dass die errechnete durchschnittliche Lärmbelastung enorm werden könnte, auch während der Bauarbeiten. Wer dort wohnen bleiben will oder muß wird trotz Lärmschutzmaßnahmen erhebliche Einbußen in Sachen Lebensqualiät hinnehmen müssen. Haus und Grund werden entwertet und es dürfte wohl kaum zu erwarten sein, das Entschädigungsforderungen durchsetzbar sind.

Es wird vielfach ein Leben hinter Mauern werden, Teetrinken im Garten wird nur noch eingeschränkt erträglich im Garten durchführbar sein und es könnte zeitweise dauern, bis man die Gleise überqueren kann, um den Nachbarn zu besuchen.

Besonders Nachts wird die Lärmbelastung durch die höhere Frequenz der Zugbewegungen zunehmen und viele werden sich die Frage stellen: Wenn wir das auch nur geahnt hätten...


Der Projektleiter der DB ProjektBau GmbH bezweifelt allerdings, dass die hohen prognostizierten Verkehrsaufkommen schon aufgrund der Wirtschaftskrise eintreten werden.

Wortwörtlich sagte er:
"Wo sollen denn die ganzen Schiffe herkommen?!"


Auf die Worte des Projektleiters Frank Heuermann und dessen Prognosen sollten sich die Bahnanlieger aber nicht verlassen.

Diese sind jetzt gut beraten, sich rege an den Planfeststellungsverfahren mit ihren Einwendungen zu beteiligen, um sich wenigstens noch etwas Lebensqualität sichern zu können.



Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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