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Fondue perdue
06|01|2010



In Boomtown kann man den rasanten Aufschwung beinahe mit den Händen greifen.

Mittlerweile wird der Begriff Fondue allgemein für Gerichte verwendet, die auf dem Konzept des Tunkens von Brocken in erhitzte Flüssigkeiten basieren.

Dabei wird zuvor erwärmte Brühe oder Fett über einem kleinen Feuer heiß gehalten. Da hinein werden von den Teilnehmern mundgerechte Bissen getunkt und auf diese Weise gegart. Kein "Quatsch mit Soße", sondern eine feine, differenzierte Art der Nahrungsaufnahme, die über das Prädikat "satt" weit hinaus geht. Man weiß was man ißt. Eine klare, reelle Sache.

Hoffnungslos [perdue] jedoch wird das Unterfangen, wenn die Brocken zerbröseln und in der heißen Brühe haltlos zu Brei vermatschen, den keiner mehr runter würgen mag. Und damit kommen wir zur indifferenten, lauwarmen Suppe politischer Rede, dem Einheitsbrei der Volksverdummung.
 
Als die öffentliche Lüge fester Bestandteil des neueren Denkens wurde, stand im fernen Rußland ein Mann dafür Pate, der den Zaren gezielt gerade so verschaukelte, daß der nicht sah, was wirklich war und dadurch dumm, aber zufrieden blieb:
Grigori Potjomkin [Potemkin], der Erfinder der gleichnamigen Dörfer, durch die der Zar zu reisen gedachte. Mit Holz, Pappe und etwas Farbe wurden Häuserfronten erstellt und "blühende Landschaften" vorgegaukelt, die eben viel lieber geglaubt wurden, als das dahinter kauernde Elend.
 
Heute hüpft die gezielte Verblendung von Zeitung zu Zeitung, springt aus dem Fernseher direkt in die REM-Phase freiwilliger Probanden und stellt sich als "schöne neue Welt" vor die Welt, wie sie ist.
 
Potjomkin als Vater aller modernen Headlines, als Scheintatsachenvorbild aller Sprücheonkel und Tanten, die so hartnäckig ihre verdrehte Welt verkünden, daß man glauben kann, sie haben sich in den eigenen Kulissen verlaufen, in denen sie Texte aufsagen und aus Drehbüchern vorlesen, die schon der Schredder in zusammenhanglose, mundgerechte Happen geschnetzelt hat.

Wie zum Beispiel "Muttis" heile-heile-Gänschen-Sprüche:

"Manches wird gerade im neuen Jahr erst noch schwieriger, bevor es wieder besser werden kann."


"Unser Land wird stärker aus der Krise hervorgehen, als es in sie hinein gegangen ist."


"Wir wollen mit mehr Wachstum klug aus der Krise kommen."


"Unsere Freiheit wird auch am Hindukusch verteidigt."


"Sozial ist, was Arbeit schafft."


Und hier im boomigen Boomtown, der Potemkinschen Kulisse vor Ort, klingen die Textfetzen entsprechend örtlich:

Sie werden einen genialen Hafen haben, mit genialer Logistik und mit [!] Verkehrsanbindung.

Jobmotor für die ganze Region ... Maritime Meile ... Jadeallee ... Jahrhundertbauwerke ... Gute-Stube-Südstrand ... Mischwasser ... Prachtallee ... amphibischer Shuttlebus ... Drehscheibe ...

Das ganze fluffige, bluffige open-End-Geschnacke eben.
 
Für die brimborielle Verklärung ärmlicher Verhältnisse taucht nun ein neuer Begriff auf, der auch mit dem russischen Adel verbunden scheint, Fürst Stroganow. Erfinder eines Ragout der klassischen Küche aus Filetspitzen. Ist doch gerade diese, unsere Hafenmetropole ein einziges, großes Filet und somit jeder krautige Acker ein Stückchen davon, ein Filetstück. Mag es auch neben einer giftgasmiefigen Deponie gelegen sein, der persönlichen Bereicherung dienen, von Schweröl verseucht sein - jedes Stück ein Filetstück. So dümmlich kann prahlen sein. Potemkin, unser Ahnherr des Bluffs hätte seine helle Freude an unseren Gemeindebluffies.
 
Und seit dem letzten Tag des letzten Jahres hat ein gewisser Herr Adam sogar im hiesigen Hafen filetiges entdeckt: "Unsere Filetumschlagsanlagen."

Soll da "Boeuf Stroganoff" in größeren Mengen verschifft werden? Ragout für die Welt? Oder hat hier der geheime Pakt von Bluff und Lecker Essen, Potjomkin und Stroganow, die verbale Einfalt ausgelöst? Man weiß es nicht.
 
Nein, sagt er: "Die Filetumschlagsanlagen seien bestens geeignet für den Umschlag von Windkraftanlagen." Boaah. Hoffentlich kommen andere nicht auch noch auf diese Idee - Emden, Cuxhaven oder Bremerhaven.
 
In den 60er, 70er Jahren, bei diesen Whiskyparties gab es auch immer jemanden, der benommen die meiste Zeit verschlief und bei einem kurzen Erwachen sich schnell äußerlich der jeweiligen Stimmungslage und Situation anpaßte um nicht aufzufallen, innerlich aber nie richtig mitgekommen war. So eine Fete entwickelt sich. Da ist der Weg das Ziel. Nicht abgeguckte, momentane Zustände. Oder?

Sonst grüßt doch das Murmeltier.
 
Nun weiß ja jeder, der schon mal bis drei gezählt hat: Menschen, die einer grünen Stadt am Meer vier Kohlekraftwerke verpassen wollen sind gänzlich therapiefrei. Da hilft im Grunde nix mehr. Da ist vorvorgestern immer heute. Da pfeift noch der Wasserkessel.

Da macht nicht mal die Not erfinderisch und einsichtig ....

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Wilhelm Schönborn
Investigativer Rentner

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