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Wurde hier geschmiert?
09|09|2010



Wie fährt man Verluste ein? - ganz einfach: mit völlig sinnlosen Buslinien, wei z. B. zum JadeweserPort oder mit Ampelschaltungen, deren "Elektronik" von vornherein versagt!

Waren es Schmiergelder, Bestechungsgelder, oder reichten ein paar nette Fahrten in andere Städte aus, um den Wahnsinn der Ampelschaltung für Busse noch weiter auszubauen?

Die hoch verlustbringenden Stadtwerke Verkehrsbetriebe gönnen sich die zweite Stufe der Ampelschaltung für Busse. Die ausführende Firma freut es, denn es werden erneut hunderttausende Euro in den Sand gesetzt. Eingespart werden sollen Zeit und Abgase. Doch ganz von vorne.

Vor einiger Zeit sind ein paar alte Herren, die besonders für Vetternwirtschaft, Selbstbedienung und unnötige Gutachten über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind, auf eine grandiose Idee gekommen. Sie wollten mal in andere Städte fahren und sich Ampeln anschauen. Aber die Ampeln in Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt sehen ganz anders aus, als unsere. Da hängen kleine Kästen dran. So was wollten die selbst verliebten Sandkasten-Politiker auch haben.

Und schon stand eine Firma samt Beratern und Gutachten bereit und erklärte den alten Herren, wie viel Zeit ein Bus einsparen könne, wenn diese kleinen Kästen an den Ampeln hängen würden. Täglich würden da mehrere Minuten bei herauskommen, da die Busse ja nicht mehr vor roten Ampeln warten müssten. Und diese Minuten müsse man nur auf ein paar Jahre hoch rechnen und schon spare man viel Geld für Busfahrer und Benzin ein. Die paar Euro für die kleinen Kästen lassen sich steuerlich abschreiben und bei dem Minus der Verkehrsbetriebe fällt eine erneute Verschuldung eh kaum auf.

Und so kamen die alten Herren zurück nach Wilhelmshaven und begannen mit der Planung. Zwar wurde ihnen schnell klar, dass der alte Rechner, der die Ampeln an der Jade schaltet, nicht in der Lage ist, die neuen Kästen sinnvoll zu schalten, aber immer der Reihe nach.

Es wurden die ersten Testampeln mit den kleinen Kästen ausgestattet. Und prompt kam der Verkehr in weiten Teilen der Innenstadt zum Erliegen. Stand der Individualverkehr sonst einige Sekunden vor roten Ampeln um sich zu ärgern, dass nirgendwo ein Auto naht, stand er plötzlich Minuten vor genau diesen Ampeln und wartete auf leere Busse, die auf dem Weg in ihr Lager waren.


Denn es bewahrheitete sich das, was die alten Herren ja schon wussten. Die kleinen Kästen funktionieren nicht mit dem alten Rechner. Also brach der Verkehr zusammen. Es regte sich Widerstand in der Partei, von deren Genossen dieser Wahnsinn ins Rollen gebracht wurde. Die Basis dieser Partei versuchte, den weiteren Ausbau der kleinen Kästen zu verhindern. Doch da sprang einer der alten Herren in die Bütt und erklärte das, was eh alle wussten. Die Kästen funktionieren nicht mit dem alten Rechner – ja, ja, ja – war bekannt.

Also wurde kurz nachgedacht und der alte Herr kam zu einem tollen Ergebnis. Wir brauchen jetzt nicht nur noch mehr kleine Kästen, sondern auch noch einen neuen Rechner für die Ampelschaltung. Der Antrag auf Aufgabe des Kästen-Wahnsinn wurde von den alten Herren in Minuten auf einem Parteitag umgestellt. Nun forderten sie den Ausbau der Kästen und des Rechners. Und die Partei folgte den alten Herren wie die Lemminge. Viele schienen sich an ihre Modelleisenbahn zu erinnern. Da muss ja auch immer investiert werden.

Genau diese Partei hatte auf anderen Parteitagen bereits mehrfach den Rückbau [heisst Abbau!] vieler Ampeln und Verkehrsschilder gefordert, da diese in unserer kleinen Stadt völlig überflüssig sind. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Die alten Herren haben es nicht so mit Beschlüssen und Erinnerung.

Der Rechner ist auch nach Monaten noch der selbe, die kleinen Kästen aber werden immer mehr. Im gesamten Innenstadtbereich stauen sich die Autos. Überall warten hunderte von Menschen darauf, dass ein Bus an ihnen vorbeifährt. Dieser spart tatsächlich Abgase ein, die von den wartenden Autos hundertfach produziert werden. Lärm, Abgase, Hupen und Nervenzusammenbrüche gehören zum Alltag in der Virchowstraße, der Gökerstraße und an vielen weiteren Ampeln der Stadt.

Der Bus, auf den gerade 30 Autos warten mussten, steht nun an der nächsten Haltestelle und wartet, wartet, wartet, da er etwas früh dran ist und den Fahrplan ja einhalten muss. Nach vier Minuten Wartezeit an der Haltestelle nimmt der Bus Fahrt auf in Richtung der nächsten Ampel. Und wieder müssen alle warten. Ja, alle! Auch der weitere öffentliche Personen-Nahverkehr. Denn für Taxen z.B. gilt die neue Ampelschaltung nicht.

Die Firma, die die kleinen Kästen herstellt und aufhängt, freut sich ein Loch ins Bein. Ständig wird sie gerufen, weil ja der alte Rechner nicht richtig schaltet. Und so stehen die Techniker tagein, tagaus an den Schaltkästen der Ampeln und Fummeln. Und dies, obwohl sie ja wissen, dass es nicht funktionieren kann. Aber jeder Stunde wird ja in Rechnung gestellt. Also wird gefummelt, wie an der guten alten Eisenbahn im Keller.

Die Ersparnis bei den Stadtwerken wird um ein Vielfaches von den Kosten der kleinen Kästen und deren Wartung aufgefressen. Insgesamt ist das ganze Unternehmen eine Geldvernichtungsmaschine. Aber die genauen Zahlen werden besser nicht vorgelegt. Sonst könnte ja jemand bemerken, dass sich die alten Herren erneut verrechnet haben. Der Abbau der einen oder andere Ampel wäre deutlich günstigen und effektiver gewesen. Selbst der grüne Pfeil hat mehr Effekt, als 10 dieser kleinen Kästen.

Jetzt, wo noch weitere Ampeln kleine Kästen bekommen, werden auch noch die Busse mit kleinen Kästen ausgestattet. Die Kosten hierfür werden ebenfalls verschwiegen. Sie müssten über Jahrzehnte in Betrieb sein, um sich zu rechnen. Nur fährt so lange kein Bus der Stadtwerke. Aber egal.

Ob ökologischer oder ökonomischer Wahnsinn, die alten Herren lassen sich nicht beirren. Denn jetzt, wo ein Bus von Voslapp in die Innenstadt zwei Minuten weniger braucht, werden ja wohl auch die Fahrgäste in die Busse stürmen. So versprechen uns die alten Herren, das sich die kleinen Kästen doch noch rechnen würden. Kaum gesagt steigen sie in ihre dicken Audis, Mercedes`s und BMW´s, um ihre 3-Liter-Maschinen durch die Stadt heulen zu lassen.

Nur der für den ÖPNV verantwortliche Dezernent der Stadt, Dr. Jens Graul ist umweltbewusst. Er hat erst gar keinen Führerschein. Nur mit den Bussen hat er es nicht so. Er fährt lieber, unter Missachtung der Gesetzte zur Personenbeförderung, mit Taxen, mit denen er einen Festpreis ausgehandelt hat. Wer braucht schon ein Taxameter!? Und die Taxen nehmen inzwischen, wie viele Autofahrer, die Seitenstraßen, um ans Ziel zu kommen.

Also Gaspedal durchgedrückt und vorbei an den kleinen Kästen durch Spielstraßen und Wohngebiete. Endlich erreichen die alten Herren das, was sie wollten. Die Hauptstraßen werden entlastet. Kein Stau zu sehen. Läuft alles bestens. Zeit für den weiteren Ausbau der kleinen Kästen. Und nie die Forderung nach einem neuen Rechner für die Ampeln aus dem Auge lassen. Dafür kann man doch in andere Städte reisen, um sich tolle Rechner anzusehen. Der Autor empfiehlt hier das Miniaturwunderland in Hamburg. Dort werden Millionen kleine Lämpchen und Ampeln, Autos und Busse, Flugzeuge und Schiffe von einfachen PC´s geschaltet, wie sie jeder im Hause stehen hat. Und es gibt nie einen Stau.

Und so warten wir auf die nächste Vision der alten Herren in ihren teuren Luxusschlitten. Noch haben sie die Möglichkeit, Gelder an der Kommunalaufsicht vorbei in der städtischen Holding für sinnloses Spielzeug auszugeben. Und es wird vielleicht doch ein nettes Essen mit der Kästchenfirma herausspringen. Und schon hat sich das alles wieder gelohnt.

Was der Abbau der kleinen Kästen kosten wird, werden wir nach der nächsten Kommunalwahl wissen. Dann werden die Karten neu gemischt!



Tim Sommer

Quelle:
www.timsommer.de

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Kommentare

Janssen
ich finde es außerordentlich wichtig für das Image der Leuchtturmstadt Wilhelmshaven, daß Senioren rechtzeitig ihren Tanz-Tee erreichen. Diejenigen Senioren, die über einen windschnittigen Handwagen verfügen, machen den gewonnenen Zeitvorteil auf ihrem Weg zum Supermarkt dann anschließend nach Aussteigen aus dem Hochgeschwindigkeitsbus locker wieder wett ...

Nur zur Klarstellung: Liebe Senioren, bitte verzeihen Sie, daß ich Sie, die das Gros des Fahrgastaufkommens in Wilhelmshaven allein aufgrund der Alterstruktur der Stadt ausmachen, hier zur Veranschaulichung eines Mißstands (Korruption?) "mißbrauche", Geschäftsleute, die wirklich einen dringenden Termin haben, benutzen nicht den Bus. Die Frage ist deshalb, FÜR WEN diese Fahrzeitverkürzung (um ein Minimum) wirklich in Auftrag gegeben wurde ... ???




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