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22|11|2010



Norbert Lammert [Bildquelle: Wikipedia | AlterVista]

Wenn kulturell künstlerisches Schaffenwollen seinen Ausdruck sucht, muß man mit vielem rechnen. Trotzdem gelingt es immer wieder Ungeahntes in die Welt zu stellen, das überrascht. Man ist geplättet.

Das hätte man sich nicht ausdenken können. Auch in Politikern schlummert etwas, das plötzlich aus dem Halbschlaf das Tagesbewußtsein aller überraschen möchte - und es auch schafft.

Hätte Frau von der Leyen eine neue Zeichensprache für Verkehrspolizisten kreiert, wäre das Erstaunen nicht groß. Ja, das kann sie, hätte man gedacht.

Eine harmonischschöne Gestik für den Wachtmeister, das kriegt sie hin. Wenn der freundliche Freund und helfende Helfer sich sorgend hinwendet zu Kind und Greis, ob arm, ob reich, für Dich und mich, huldvoll Arm und Hände schwingend sich an den ganzen Menschen wendet - oder so.
Das hat sie drauf.
 
Oder, wenn unsere Kanzlerin die Rolling Stones ins Deutsche überträgt und die Lieder dann im Dreivierteltakt gespielt werden, damit die schwäbische Hausfrau schön mitsingen kann, wenn sie die Kohlrouladen wickelt - das ist vorstellbar.

So als künstlerische Überhöhung und Fortentwicklung des liebenswert bekannten backe-backe-Kuchen-Gestus, der ihr zu eigen ist.

"Wo man singt, da laß dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder" - Ihre Angela Merkel.
 
Vielleicht auch Guido Westerwelle, keck aufgereckt im Big Brother Container "Hoch auf dem gelben Wagen" rappend, die Sound Maschine aus dem Bundestag, Playback mit sich selbst. - Alles möglich und erklärbar.
 
Aber, nix da.
Norbert Lammert stürmt die Charts und textet das "Vater Unser" neu. Wie kommt er da nur drauf, warum lag das so nahe? - und nur nicht für mich.
 
Hat er da, nach spätem Feierabend die Laubsäge weggelegt und bei Kerzenschein und kratzendem Federkiel, mit einem Räucherkerzchen Weihrauchduft ... ?
Egal, er hat´s getan.
 
Wolfgang Thierse ist schon ganz begeistert. Scheinbar ist da hinter dem Bart auch nur noch Gesicht.
 
Der Text dieses neuen Gebetes ist so flach eingängig, daß man es gleich noch vertonen lassen sollte. Dieter Bohlen macht das. Spendenquittung, und fertig.
 
Hoppla, ist schon Vertont. Eins, zwei, drei, im Sauseschritt, läuft die Zeit - und ich wohl etwas hinterher.
 
"Seinen 150. Geburtstag feierte der Philharmonische Chor Bochum in der Christuskirche mit einer besonderen Uraufführung. Stefan Heucke hat das „Vater Unser“ vertont – in einer neuen Übersetzung von Dr. Norbert Lammert. Der Bundestagspräsident übertrug das bekannteste christliche Gebet vor einigen Jahren vom Lateinischen in ein zeitgemäßes Deutsch. „Pater Noster – Unser Vater“ heißt das Ergebnis der Kooperation ..."
 
"Die Wortkombination „Unser Vater“ wirkte dabei sperriger als die Musik, die Heucke im Auftrag der Bochumer Symphoniker für den Chorgeburtstag komponierte." [Der Westen]
 
Der hat´s gemerkt, daß hier ´was verdreht wurde. Die neue Anrufung tut eben nur so, als wenn sie kennte, was sie sucht. Aus der Hilflosigkeit des Bittenden wird die pharisäerhafte Selbstgefälligkeit des Schriftgelehrten. Dazu braucht es nur zweier Worte.

Übrigens:
Die Formulierung "Unser Vater" ist eine reformierte und teilweise freikirchliche Tradition. Also nichts Neues.

Wenn man sich mit den schriftlichen Grundlagen des Christentums beschäftigt, weil es einem ein Bedürfnis ist, so ist das eine gute Sache. Wenn daraus ein gedanklicher Disput entsteht, der zu tieferem Erkennen beiträgt ist es sogar kulturnotwendig. Kann man doch dadurch zu einer Einsicht gelangen, bei der man froh ist den "alten" Text noch zu haben, weil man ihn jetzt versteht.

Wenn man den Menschen mit einer Ranke vergleicht, so braucht er ein immer höheres Niveau, sonst ringelt er sich im Staub - oder zu Füßen seiner  Obrigkeiten. Das aber gerade geschieht beim Versimpeln und Verflachen geistiger Inhalte. So entsteht das Prinzip Bildzeitung.

Die "Welt" schreibt, ahnungslos die Dummereien darstellend [auch die eigenen]:
Während es in der üblichen Fassung heißt "Dein Reich komme. Dein Wille geschehe" - so als seien beides Wünsche an Gott - betont Lammert die Verantwortung des Menschen: "Dein Reich kommt, wenn Dein Wille geschieht."

Auch dass nicht das "tägliche Brot", sondern, allgemeiner und Immaterielles einschließend, "was wir brauchen" erbeten wird, leuchtet ein. [hoffentlich nur der Welt]

"Schuld" wird erläutert durch "Böses tun" und "Gutes unterlassen". Das "Führe uns nicht in Versuchung" ist merkwürdigerweise ersatzlos gestrichen. Dafür weist der Schluss deutlich auf die Sterblichkeit hin; die "Übel dieser Welt" können auch Schmerzen und Gebrechen sein.

 
Klar, was Lammert nicht gebrauchen kann, fliegt raus. Wenn dieser Jesus dummes Zeug redet, ist es dem Christen eben peinlich. Und, wenn es im Gebet heißt: "Unser täglich Brot gib uns heute", macht ProChrist Lammert daraus: "Gib uns, was wir brauchen." - Schrankenlose Völlerei inbegriffen. Bequemer Glaube.
 
"Gib uns heute" verlangt, diese Bitte täglich zu wiederholen. Nicht nur Sonntags, in frömmelnden Versammlungen. Setzt Gottvertrauen in das Morgen voraus und macht in diesem Sinne ein Gefrierfach schon zum Aberglauben.
 
Wenn man das nicht glauben kann oder will, weil es scheinbar nicht in die heutige Zeit paßt, ist das noch lange kein Grund, das höchste Gebet der Christenheit völlig zu vergeigen.
 
In einigen Zeitungen war zu lesen, Lammerts neuer Text wäre für ein besseres Verständnis des Inhaltes und unserer Zeit angemessen, aber nicht dem "Zeitgeist" verhaftet. Ja, wem denn sonst? Das ist doch gerade der Zeitgeist.
 
Konstantin Wecker sang einmal modern verständlich:
"Sie reden gern von ihrem Zeitgeist, weil der so schön auf jeden Geist scheißt."
 
Am Ende eines Pressekommentars zu den Lammertschen Gebetsbasteleien heißt es:
"Amen" – das einzige Wort, dass wohl jede Übersetzung des Gebets gemeinsam haben wird.


So kann man sich auch trösten.

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Wilhelm Schönborn
Investigativer Rentner

Links:
Norbert Lammert schreibt das "Vaterunser" neu.
Lammerts Fassung bei ProChrist

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