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Logistigtag 2010
16|04|2010



Die Jade Hochschule Wilhelmshaven war auch 2010 wieder Veranstaltungsort des Logistiktages.

Knapp 70 Zuhörer, zum großen Teil Fachleute, waren zum 4. Tag der Logistik im großen Hörsaal der Jade Hochschule Wilhelmshaven zusammengekommen.

Logistik bezeichnet ein hochkomplexes Warenstrom-System, die Vernetzung von Unternehmen miteinander über diverse Transportwege, z. B.die Zulieferung von Rohstoffen an Produzenten und die Auslieferung von Produkten an Konsumenten.

Logistik beschreibt die Warenströme und somit die Wertschöpfungskette innerhalb von Unternehmen, aber auch den Transport von einem Ort zum anderen. Unternehmen werden durch Fachleute beraten, um ihre Wirtschaftssysteme zu optimieren, oder Risiken vorher erkennen zu können, um diese zu vermeiden. Der Stellenwert der Logistik nimmt zu, so die Referenten und zählt z. Zt. zu den sogenannten Jobmotoren.

Soziale Aspekte, wie z. B. die Auswirkungen des allgemeinen Profitdenkens auf Menschen, die Wirtschaftwachstum in unterschiedlichen Ländern zu unterschiedlichsten Bedingungen erarbeiten, war leider nicht Thema des Tages. So wurde kein gesamtheitliches Bild der Logistik dargestellt, worunter auch die Verantwortung und Zusammenarbeit mit Arbeitnehmern verschiedenster Kulturen. Insgesamt betrachtet fehlt die Auseinandersetzung mit der sozialen Verantwortung, die ein ganz erheblicher Aspekt in der eigentlichen Wirtschaftsleistung ist, denn zufriedene Mitarbeiter arbeiten besser, als unterdrückte oder ausgennutzte. 

Eng verknüpft ist dieser Wirtschaftszweig mit den Transportsystemen, wie Bahn, Frachtflugverkehr, Speditionen oder der Schifffahrt. Eine globalisierte Logistik birgt natürlich auch reichlich Risiken, was die Weltwirtschaftskrise dramatisch gezeigt hat, von der sich die Unternehmen nur langsam erholen.

Risiken sind nicht nur rein wirtschaftlicher Natur, d. h. Gewinnverluste oder der Einbruch von Frachtraten.

Auch Faktoren wie Naturkatastrophen, fehlerhaft hergestellte Produkte, menschliches Versagen oder Unfälle zählen zu den Hemmnissen eines florierenden Welthandels.

Auch Projekte, wie der Bau eines Hafens, birgt in diesem Zusammenhang hohe Risiken, d. h. wie in Wilhelmshaven der JadeWeserPort, der unter diversen Fehleinschätzungen und einem anscheinend reduzierten Risiko-Management leidet.

Gegen diese politischen Fehlleistungen kann sich der Steuerzahler leider nicht versichern
.

So ist auch nicht verwunderlich, dass dieser im Bau befindliche Hafen zentrales Thema und eigentliches Fundamnet des Logistiktages 2010 sein sollte, sich aber auf Grund der aktuellen Ereignisse zum Problem zu einem Logistikdesaster entwickelt. Nicht nur die Weltwirtschaftskrise ist Schuld an einer jahrelangen Verschiebung des Termins seiner tatsächlichen Eröffnung, sondern vor allen Dingen die Fehleinschätzung von Geschäftsinteressen beteiligter Unternehmen und Gutachter, sowie die Verlagerung von Warenströmen und der hohe Konkurrenzdruck der Häfen untereinander.

Unternehmer wirtschaften profitorientiert und bewegen sich in Richtung von Subventionen, Steuerersparnissen und Anreizen. Die Konkurrenzsituation der Häfen untereinander ist dramatisch und Häfen, die früher, als der JadeWeserPort fertig wurden und in die investiert wurde haben heute die Nase vorn.

Skeptiker, wie die Hafengegner, klammerte man bewußt aus der Öffentlichkeit aus. Eine wirkliche Risikobewertung fand anscheinend nur blauäugig statt. Die Zeche zahlt in diesem Fall der Steuerzahler und viele Unternehmer oder Wirtschaftsförderer, denen man unerfüllbare Versprechen machte.

So könnte der Hafen erst 2016 "kommen" und erst nach einer etwa 5jährigen Anlaufzeit, 2021, seine prognostizierte Wirtschaftsleistung eventuell erbringen.


So oder ähnlich nachdenklich dürfte sich der wirkliche Seelenzustand der Hafenbefürworter darstellen, wie dieses Bildbeispiel von John H. Niemann [Hafenwirtschaftsvereinigung Wilhelmshaven] auf dem Logistiktag 2010 zeigt.

Völlig entsetzt zeigte sich ein Wirtschaftsförderer aus der Region nach den Ausführungen von Prof. K. H. Holocher [Jade Hochschule]. Dem Hafen, der immer mit seinem "tiefen Fahrwasser wirbt", droht ein Fiasko aus dem Gemisch von "knallharten" Unternehmerinteressen, Fehlprognosen und Weltwirtschaftskrisen.

So "übt" sich Maersk darin, der noch mit 30 Prozent als Mitbetreiber am JadeWeserPort beteiligt ist, seine großen Schiffe auch direkt nach Danzig zu steuern, natürlich teilentladen.

Bedeuten würde das, dass Wilhelmshaven auf Ladung richtig hoffen müßte oder dass Hafenbetreiber Warenströme künstlich verlagern müßten, damit der entstehende Hafen überhaupt irgendwie ausgelastet werden könnte.


Maersk selbst, so berichtete Prof. Holocher von einem maritimen Treffen am 14. April in Bremen, habe zudem noch Überkapazitäten für 6 - 7 Jahre, was nochmals verdeutlicht, wie sich Unternehmer ausrichten. Eurogate uns Maersk sind nicht bereit, Containerströme zu Gunsten Wilhelmshavens umzuleiten, d. h. vom Containergeschäft Teile abzugeben.

Das Unternehmen betreibt weltweit selbst Containerhäfen und denkt wirtschaftlich betrachtet zunächst nur an sich. Im Hintergund läuft zusätzlich ein Streit zwischen der niedersächsischen Landesregierung und Eurogate über Vertragsmodalitäten, der laut Weser Kurier festgefahren ist. Die Firma Bunte, die den Hafen baut, klagt ebenfalls wegen Mehrkosten von 15 Millionen Euro, auf Grund gestiegener Stahlpreise.

Fügt man die Warenstromkonzentration im Mittelmeerraum hinzu, ergibt sich ein düsteres Bild für die Sinnhaftigkeit eines neuen Containerhafens, und sei das Fahrwasser noch so tief.

Der Wilhelmshavener Tag der Logistik baut wie natürlich auf dem Hafen auf und kommt das Imageprodukt verspätet oder sogar gar nicht, zerbricht eine ganze Logistikkette, auf die sich eine ganze Region ohne realistisches Risiko-Management hat einschwören lassen.

Bis heute ist man seitens der Verantwortlichen nicht bereit, den Hafen einer neuen Konzeption zuzuführen, wie z. B. der Offshore-Technologie, einem wirklichen Jobmotor und einer Wachstumsbranche, wie es die Lobbyisten sagen würden.

Man ist dabei, den Hafen einseitig auf die Nutzung als Containerumschlagplatz auszurichten, was in Weltwirtschaftskrisenzeiten fatale Folgen hätte, und die werden sich wiederholen.

Irgendwie scheint man aus Fehlern nicht lernen zu wollen. Die politische Entscheidung steht weit über der einer objektiven Bewertung. Politische Gremien sind in der Regel aber nicht mit Fachleuten "bestückt", sondern mit Menschen, die nur von Wahlperiode zu Wahlperiode denken und selten darüber hinaus.

So erklärte Ramsauer im Jeverschen Wochenblatt wie natürlich und trotz aller negativen Vorzeichen, "wie wichtig der Jade-Weser-Port für die wirtschaftliche Entwicklung ganz Deutschlands ist" - was soll er potentiellen Wählern auch mitteilen - schlechte Nachrichten? - mindestens 650 Millionen Euro Steuergeld am seeschifftiefen Fahrwasser versenkt? - wohl kaum!


Veranstaltungen, wie der Besuch der NWO, machen den Logistiktag richtig interessant.

Der Logistiktag hat neben mehr oder minder informativen Vorträgen auch hochinteressante Seiten, sozusagen Logistik zum Anfassen. Die Öffentlichkeit kann an Unternehmensbesichtigungen teilnehmen. Wir haben die NWO besucht, eine Dienstleistungsgesellschaft, die Rohöl umschlägt und über verschiedene Pipelines z. b. ins Ruhrgebiet oder nach Hamburg in ölverarbeitende Betriebe transportiert.

Ohne Politiker wurde in einem Vortrag über das Unternehmen informiert. Danach ging es in einem Bus auf das Betriebsgelände und sogar auf die Pier zu einem Tanker, der gerade entladen wurde.

Insgesamt ist der Logistiktag als Wissensquelle zu empfehlen, der unserer Ansicht nach aber zu sehr auf maritime Wirtschaftskomponenten vermischt mit starker lokaler Lobbyarbeit [Hafenwirtschaftsvereinigung, Allgemeiner Wirtschaftsverband] ausgerichtet wirkt.

Man sollte sich für die nächsten Logistiktage überlegen, sie thematisch wesentlich breiter aufzustellen, damit Innovationen in und aus anderen Wirtschaftszweigen auch zum Tragen kommen, um ein nachhaltiges und wirklich komplexes Bild darzustellen, denn die Zukunft, auch in der Logistik, besteht nicht nur aus dem Bau von Häfen.



Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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