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WRG-Raffinerie: Kein Retter in Sicht
07|08|2010



So wie auf diesem Bild könnte die Raffinerie bald aussehen - stillgelegt.

Die Preise auf dem internationalen Rohölmarkt ziehen wieder an. Doch die Gewinnmargen der Raffinerien verharren trotzdem im Bereich zwischen Bescheiden und Trostlos.

Es gibt davon nämlich zu viele und das Überangebot an Ölprodukten drückt auf die Preise. Das liegt daran, dass in Europa weniger Öl verbraucht wird und kaum noch was in die USA exportiert werden kann; auch die dortigen Raffineriekapazitäten übersteigen derzeit die Nachfrage.

Das wirkt sich auch auf die WRG aus, die in der Vergangenheit einen erklecklichen Anteil ihrer Produkte in den USA absetzen konnte. Auch zukünftig dürfte der Export selbst bei wieder ansteigender Nachfrage immer schwieriger werden, weil Ölprodukte aus den Öldestillen am Persischen Golf sowie Indien und Fernost auf den Weltmarkt drängen. Die europäische Raffineriebranche leidet durch diese Entwicklungen unter Überkapazitäten mit der Folge fallender Erlöse.

Der Vorstandsvorsitzende von ‚BP Europa SE’ Dr. Uwe Franke schätzt die Überkapazitäten auf „20 bis 30 Prozent“ [Quelle, Manager Magazin, 02.08.10]. Daher versuchen jetzt viele Betreiber, ihre Raffinerien loszueisen. Das drückt natürlich auf die Verkaufserlöse. Allein in Europa sollen 14 Raffinerien zum Verkauf stehen. Darunter bekanntlich auch die Wilhelmshavener Raffinerie von ConocoPhillips.

Letztendlich kommen die Rohölverarbeiter jedoch nicht drum herum, Raffineriekapazitäten in Europa stillzulegen. Auf die Kandidatenliste hat ConocoPhillips ihre Wilhelmshavener Raffinerie gesetzt, mit der sie sich allein schon Unkosten in Höhe von 1,1 Milliarden US-$ aufgehalst hat. [Quelle, New York Times, 28.07.10].

Erst vor viereinhalb Jahren - im Februar 2006 - hatte sich die WRG eine Erhöhung ihres Rohöldurchsatzes von jährlich 10,2 auf 15,1 Mio. Tonnen genehmigen lassen. Doch die erweiterte Produktionskapazität wurde gar nicht ausgelastet und seit Oktober letzten Jahres steht die Raffinerie ganz still.

Zwischenzeitlich versuchte der Mutterkonzern ConocoPhillips bekanntlich, die Raffinerie durch Realisierung des ‚Wilhelmshaven Upgrader Project’ [d.h. durch den Bau von Crackern zum molekularen Zerbrechen von schwer verkäuflichem Schweröl in die Bestandteile Leichtöl- und Gasprodukte sowie Petrolkoks] wettbewerbsfähiger zu machen. Davon hat ConocoPhillips ja bekanntlich kurz nach Erteilung der Genehmigungen Abstand genommen.


Während der Multi beabsichtigt, seine Raffinerie im US-Staat Pennsylvania mit einem Cracker sowie einer Alkylierungsanlage nachzurüsten, will er die Wilhelmshavener Raffinerie einfach nur noch loswerden. Doch Verkaufsgespräche mit dem größten russischen Ölkonzern ‚Lukoil’ sind ergebnislos verlaufen [Quelle, FinanzNachrichten, 08.06.10].

Gescheitert sind sie an den auseinander klaffenden Preisvorstellungen. Dazu erklärte der Vize-Präsident der Investitionsabteilung von ConocoPhillips Clayton Raisor, dass „…wir abwarten, weil wir meinen, in einigen Jahren die Erlöse zu verbessern, die wir für Raffinerieverkäufe bekommen.“ [Dow Jones News Wire, 25.05.10]
 
Doch der Vertreter einer englischen Beratungsfirma der Raffineriesparte bezeichnet die Wilhelmshavener Raffinerie vergleichsweise nicht als „up to date“, weil dort nicht, wie in anderen europäischen Anlagen, die teuren Qualitätsprodukte hergestellt werden könnten. Es sei riskant, die Wilhelmshavener Raffinerie zu kaufen. Es gehöre Mut dazu, diese Herausforderung anzunehmen, weil so viel Geld in den Ausbau gesteckt werden müsste [Quelle: FinanzNachrichten, 22.07.10].

Doch noch könnte der Raffineriebetrieb problemlos wieder anlaufen; die technischen Voraussetzungen sind nach Abschluss der Revisionsarbeiten bzw. nach Beseitigung der Brandschäden gegeben und das Personal steht noch dafür bereit. Das dürfte in ‚einigen Jahren’ nicht mehr der Fall sein und sich wiederum deshalb die Erlöse nicht verbessern lassen. Folglich müsste sich ConocoPhillips trotz des Wettbewerbshandikaps ihrer Wilhelmshavener Rohöl-Destille für ihren Weiterbetrieb entscheiden, bis ein Käufer angebissen hat.

Doch von ConocoPhillips kommen andere Signale:
Der Multi will im wenig profitablen ‚down stream’ Sektor [d.h., in der Raffinerie- und Marketingsparte] kräftig abspecken, um seine Aktionäre zufrieden zu stellen. Doch wenn die sofortige Betriebsbereitschaft der Raffinerie erst mal weggefallen ist, dann wird sie wohl endgültig der anstehenden Marktbereinigung zum Opfer fallen.

Nun hat der frischgebackene Nds. Ministerpräsident David McAllister gegenüber Vertretern der ‚Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung’ jüngst zugesagt, dass das Land Niedersachsen „…die Suche nach einem Käufer für die WRG unterstützen...“ würde [Quelle, WZ, 06.08.10].

Dafür werden gute Worte und Überredungskünste aber nicht ausreichen; da muss das Land schon tief in das Steuersäckel greifen und die Lefzen von potenziellen Käufern mit finanziellen Förderungs- und Beihilfeprogrammen zum Triefen bringen.

Es ist jedoch kaum vorstellbar, dass das Land – so arm am Beutel es sich durch die langen Tage schleppen muss – die zweifellos verlangten hohen Investitionshilfen bereitstellen kann und wird. Statt sich aus dem Schuldensumpf langsam und beharrlich wieder herauszuarbeiten, würde es noch tiefer darin versinken.

In der Zusage des MP ist denn auch von finanzieller Unterstützung keine Rede. Doch im politischen Geschäft muss man in solchen Fällen häufig so tun als ob. Natürlich muss man als Landesvater auch - wie im gegebenen Fall - PR damit machen, dass man beim Kampf um den Fortbestand der Raffinerie mit am Ball ist. Sonst setzt es bloß unnötig Prügel und die Umfragewerte sinken.


Jochen Martin

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