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Deutschland im Sinkflug
04|05|2010



Griechenland ist gerettet - nein, nicht wirklich, sondern wieder einmal die Banken ... und wie sieht es mit Deutschland aus?

Die „faulen“ Griechen steigerten ihre Arbeitsproduktivität seit dem Jahr 2000 um satte 20 Prozent, Frankreich immerhin um 7,7 Prozent und in der ganzen OECD stieg sie um 12 Prozent.

Und Deutschland? Man lese und staune – wir haben es auf mickrige 4,9 Prozent gebracht. So sieht es aus mit der Produktivität bei uns im Lande.

Und wie schaut es mit den Arbeitsplätzen aus? Da müsste doch die Bilanz besser ausschauen oder? Mitnichten, auch hier sind wir überhaupt nicht vorne an. In Frankreich z.B. lagen die geleisteten Arbeitsstunden im Jahr 2009 um 160 Millionen höher als neun Jahre zuvor; bei uns in Deutschland waren 1,7 Milliarden Stunden, allerdings weniger!!!

Aber beim Wirtschaftswachstum muss es doch irgendwie hingehauen haben? Leider auch hier Fehlanzeige. Die Statistik der OECD belegt: all diese Länder [ohne Deutschland] brachten es auf einen Schnitt von 15 Prozent, Frankreich immerhin auf 12,3 Prozent und wir mussten uns mit dem letzten Platz begnügen – lediglich 6,3 Prozent Steigerung zwischen 2000 und 2010.

Und da kann es natürlich nicht verwundern, wenn wir uns die Lohnentwicklung einmal näher betrachten. Das durchschnittliche Haushaltseinkommen sank bei uns zwischen den Jahren 2000 und 2007 um sieben Prozent, während die Franzosen im gleichen Zeitraum um 12 Prozent zulegten. Wir müssen also feststellen, dass der Durchschnitt in Deutschland ein Monatseinkommen weniger zum Ausgeben, zum privaten Konsum hat. Bei den ärmeren Haushalten sind es gar zwei Monatseinkommen.

Daraus resultiert zwangsläufig dass miserable Ergebnis des Binnenkonsums. Hier darf eine Zahl genügen. Während in den neunziger Jahren diese Größe noch bei zwei bis drei Prozent lag, stieg die Binnennachfrage im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrzehnts nur noch um 1,7 Prozent, was wir sonst in einem halben Jahr zulegten.

Wir können also getrost sagen: Deutschland im Sinkflug. Ein Armutszeugnis für ein Land, das sich brüstet, immer die erste Geige spielen zu wollen. Die das behaupten, sind Nostalgiker.

Nun könnte man ja sagen, wenn wir also nicht mehr konsumieren wollen, dann reicht tatsächlich das Hartz IV Niveau, bräuchten dann aber nur noch sechs bis acht Stunden in der Woche arbeiten. Allerdings habe ich die Befürchtung, man will dies nicht wirklich. Es darf somit keine Debatte bei uns darüber geführt werden ob die Griechen angeblich über ihre Verhältnisse gelebt haben, sondern: wie sieht es bei vor der Haustür aus? Die oben genannten Zahlen sprechen doch eine ganz klare Sprache. Bei uns geht es abwärts und jeder merkt es, nur Frau Merkel eher nicht oder will es nicht sehen.

Deshalb müssen nun die Karten mal neu gemischt werden und vor allem auch die Gewerkschaften mal Kante zeigen. Organisationen, die auch noch Tarifverträge mit Zeitarbeitsfirmen aushandeln, haben spätestens dann ihre Berechtigung verloren, sie können abtreten.

Deutschland braucht wieder soziale Standards, die auch den Namen verdienen. Nicht weniger ist das Gebot der Stunde, sondern zunächst schauen wie es in Europa aussieht und hat Griechenland nicht direkt auch etwas mit uns zu tun – und zwar nicht nur wegen dem Euro. Europa, wenn es ein Gesamtgefüge sein will und sich auch so definiert, benötigt dringend einen Abgleich der sozialen Werteskala. Nur so sind vermutlich ähnliche Katastrophen wie jetzt mit den Hellenen zu vermeiden.


Jörg Köhler

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Kommentare:

Janto Just
1. Woher die statistischen Angaben zu Produktivität, Wirtschaftswachstum, Arbeitsstunden, Einkommensentwicklung?
2. Ausgangsbasis + absolutes Produktivitäts- und Einkommensniveau?
3. In der Presse wird gelegentlich geschrieben, dass die deutsche Exportwirtschaft die (Binnen-)Wirtschaft anderer EU-Länder niederkonkurriert - vermutlich auch eine der Ursachen der griechischen Misere und mit ein Grund, warum die herrschende politische Klasse (nicht nur CDU/FDP) stets bereit war, in Europa den Zahlmeister zu spielen, jetzt auch in Griechenland - auf Kosten der breiten Masse der Steuerzahler, Rentner und Sozialleistungsempfänger im eigenen Land.

Marcus Wendt
Stichwort: Bruttoinlandsprodukt
Der ganze, gut gemeinte Kommentar fällt leider in sich zusammen wie ein angestochener Luftballon, weil er dummerweise die Bezugsgröße bei der Bewertung des BIP außer Acht lässt: Von 29635 Euro pro Kopf (GR) lässt sich natürlich leichter eine eindrucksvolle Steigerungsrate erreichen als von 40875 Euro (D). Also ist der Prozentanstieg ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen.

Jörg Köhler
Zur Frage der Fakten: wie unschwer zu erkennen ist, berufe ich mich auf Daten der OECD.
Was ist die Botschaft?
Tatsache ist doch, dass wir in Deutschland seit Jahren ein sinkendes Lohnniveau haben und der Binnenkonsum rückläufig ist. Was nützt eine hohe Produktionsrate, wenn das Zeugs nicht gekauft wird.
Und zusätzlich haben wir Problematik, dass durch die geringen Löhne in die Sozialkassen immer weniger Geld fließt. Also nicht so kompliziert denken. Und ich denke, dass die OECD nun auch nicht Äpfel mit Birnen vergleicht, obwohl man immer skeptisch sein darf.

Ergänzend darf ich anfügen, dass Informationen zum Thema über die Hans-Böckler-Stiftung, über das Statistische Bundeamt wunderbar abzurufen sind.
Sehr gut übrigens diese Seite: www.jjahnke.net/rueckspiegel.html
Dr. Jahnke war lange Zeit Vizepräsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London. Ein absoluter Kenner der Materie. Buchhinweis von ihm: Globalsierung: Legende und Wahrheit - zum Thema neoliberale Politik. Und zum guten Schluss der Hinweis auf die Nachdenkseiten, die täglich beste Informationen geben - www.nachdenkseiten.de



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