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An der verkehrten Stelle einen fahren lassen …
03|06|2010



Der Rücktritt von Horst Köhler vom Amt des Bundespräsidenten wird z. Zt. fächendeckend kritisiert.

Ein Mensch hat gesagt, ich will nicht mehr. Gestern war er noch „Herr Bundespräsident“ – heute ist er wieder und nur noch Horst Köhler.

Geht deswegen die Welt unter? Ganz sicher nicht. Wenn er am 30sten Mai den Krempel hingeschmissen hätte, dann hätte man in Anlehnung an einen bekannten Schlager vielleicht so etwas vermuten können.

Was er als Staatsoberhaupt während seiner Stippvisite im bundesdeutschen Heeresfeldlager am Hindukusch als Sagen in die Welt hinausgelassen hat, das hätte, wenn er es in Hamburg, in London oder in Reykjavik verkündet hätte, niemanden vom Stuhl gehauen – am wenigsten ihn selber. Zehn Minuten später hätte da kein Mensch mehr drüber geredet.

Aber wie nun einmal so ist mit dem menschlichen tun oder lassen – wenn mir bei frischem ablandigem Wind oben auf der Deichkrone Blähungen abgehen, dann kümmert sich niemand auch nur einen Deut darum – mag meinem Furz auch noch so viel Geschmack anhängen.

Lasse ich aber während eines Festbanketts inmitten lauter Damen und Herren der feinen Gesellschaft auch nur das leiseste Tönchen aus meinem Verdauungstrakt entweichen, dann haben die Leute mindestens für ein Jahr etwas zu kakeln. So ist es im Leben.

Was hat Horst Köhler denn anderes getan, als wahrhaftig Horst Köhler zu sein? Jeder Mensch bei uns - und auch anderswo – weiß doch, dass Horst Köhler ein Bankmensch ist. Durch und durch. Also ist er auch bestens vertraut mit dem verbrecherischen Gebaren seiner Kastenkollegen aus der weltweiten Finanzwirtschaft. Und dies ja nicht erst seit wenigen Tagen. Die Aussagen irgendwelcher Palaverpolitiker, dass Horst Köhler wegen seiner Vita ja nicht mit den Gegebenheiten und Umtriebigkeiten hinter den Kulissen der Politik vertraut gewesen wäre, also ein sogenannter Seiteneinsteiger, zeugt doch von einer grenzenlosen Dummheit unser gewählten Politikerriege, die wohl durch nichts mehr zu überbieten ist – selbst wenn die Sager einmal irgendwo und irgendwann Pädagogik studiert haben sollten.

Wer nämlich bei dem großen Schwarzen aus dem Norden in dessen Kieler Ministerpräsidentenzeit schon im Hintergrund Regie geführt und für den Pfälzer Saumagenrepräsentanten und Schwarzgeldprofiteur die Felsbrocken aus dem Maastrichter Weg geräumt hat, der wird ja wohl die Machenschaften selbst der Dumpfbackenpolitiker hierzulande kennen und sollte nicht als Grünschnabel in der Berliner Gemengepolitik abqualifiziert werden.

Alle jene, die so oder so ähnlich schwafeln, nur weil sie der irrigen Meinung sind etwas zum Thema absondern zu müssen, sollten besser ihr Mundwerk geschlossen halten.

Ewald Eden

...und hier noch die Ursprungsversion:

An de verkeerde Stää een rieten loaten ...

Een Minsch hett sächt, ikk will nich mehr. Güstern wee he noch Herr Bundespräsident – vandoach is hee wäär Horst Köhler.

Geit dorüm de Welt ünner? Neee – denn har he all  an d’ dartichsten Mai de Büngel henschmieten musst – denn har dat liekers angoahn kunnt. Wat he dor bi sien Speutervisit in d’ Bundswehrfeldloager an d’ Hindukusch as Särgen in de Welt loaten hett, dat har, wenner he dat in Hambörch, London ov Reykjavik künnichmoakt har, nümms van d’ Stool hauen – an minnsten hüm sülvst. Tein Minüten loater har dor nümms mehr över schnakkt. Oaber as dat nu moal so is mit dat Doon van us Minschen – wenn ikk bi frischken avlandigen Stiem boaben up de Diekskron düchdich een rieten loat, dor kehrt sükk nümms ok blods een Schäät an – mach an de Damp ut mien Achtersten ok noch soveel Schmoak anweesen. Loat ikk oaber bi een Bankett mit luuter Doams un Heeren ut de „fiene“ Gesellschkupp ut mien achterst Halsgatt ok blods een sinnich Ziersen hörn, denn hevvt de Lüü föör een Joahr wat to schnakken. Kiek, so is dat in d’ Lääven.

Wat hett Horst Köhler denn anners doan, as de welt  to wiesen well he is? Jeden Minsch bi us – un ok annerswons – weet doch dat Horst Köhler een Bankminsch is – also bestens vertroot mit dat Geböören van de Finanzverbräkers weltwiet -  un dat joa nich eers siet güstern ov eergüstern. Un dat hee noa de Meenen van een büld politisch Schlauschnakkers mit de Ümtriebiebigkeiten in de Politik un achter de Kulissen nich vertroot wee, dat Särgen wiest joa woll soveel van Döösichkeit, dat dat joa bold nich mehr to foaten is. Well bi de groode schwaarte Stoltenbarch ut Kiel all Regie achter de Kulissen föört  un de Saumoagenfrünnd ut dat Pfälzerland de Steenen noa de Euro hen ut de Padd rüümt hett, de kann joa woll in de Berliner Gemengselpoloitik nich as Griinhorn beteekend warden. Aal de, de so ov hoast so kaueln, blods wiel see villicht wat särgen willt, de schull’n bäter hör Bekk holln.

Horst Köhler wee güstern un wat mörgen is, dat weeten wi in dartich Doagen.


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